CARMEN 85
Einleitung
Die folgenden Ausführungen zu CARMEN 85 entstanden im Zusammenhang mit der Bedeutung der Zahl 116, der überlieferten
Gesamtzahl von Catulls Gedichtsammlung. Die konsequente Ausrichtung des Distichons
auf das SATOR-Quadrat (SQ)
wurde mir erst im Laufe der Untersuchung bewußt. Dazu gehört vor allem
das TENET-Kreuz als gemeinsame Mitte
spiegelbildlicher Hälften und die Differenz zwischen Faktorensumme
(FS) und Zahlensumme (ZS). Die Bezüge zum SQ werden
passend zum jeweiligen Untersuchungsaspekt hinzugefügt.
Wie sich Zahl, Sinn und Wort zu einer
einzigartigen Dichte vereinigen, ist eine Kunst sui generis, vergleichbar mit
genialen musikalischen Kompositionen. Der Umfang der folgenden Darstellung
hängt nicht nur mit der Komplexität des Gegenstandes an sich zusammen, sondern
hat zum Ziel, die Möglichkeiten gematrischer Konstruktionen
auszuloten. Als Untersuchender erlege ich mir dabei keine Grenzen auf in der
Einschätzung dessen, was an menschlicher Fähigkeit möglich erscheint oder
nicht. Aufgabe ist, Sinnzusammenhänge aufzufinden, nicht so sehr, wie sie
zustande kamen.
In c. 85
geht es Catull um mehr als das Schicksal einer Liebesbeziehung. Den Zwiespalt
von Liebe und Haß erkennt er als Polarität von Sein und Nichtsein menschlicher
Existenz. Der Mensch ist aus dem Nichts ins Dasein gerufen, um zu sein. In der
Liebe erfährt er die Fülle des Seins. Wird er der Liebe beraubt, der er sich
ganz ergeben hat, fällt er ins Nichts und auf seinen Seinsgrund zurück.
A. Quadratische Aspekte
I. Die vier Eckpunkte
a) Zahlenwerte
II. Quadratische Einteilung 3:2
I.
Die vier Eckpunkte
a) Zahlenwerte
1.
Den Buchstaben
R hat Catull besonders in
seinem berühmten carmen 85 thematisiert:
ODI ET AMO. QVARE
ID FACIAM, FORTASSE REQVIRIS.
NESCIO, SED
FIERI SENTIO ET EXCRVCIOR.
Ich hasse und liebe. Warum ich das tue, fragst du vielleicht.
Ich weiß nicht, aber ich fühle, daß es geschieht, und leide
schreckliche Qual.
Die Buchstabenentsprechung der
Faktoren 17*5 = 85
ist die Vorsilbe RE – zurück, wieder. Die Gefühle von Haß und Liebe
wechseln unaufhörlich wie auch die umlaufenden Wörter des SQ-Rahmens
SATOROTAS = SATOR ROTAS
Schöpfer,
du drehst.
In die Bewunderung für Gottes Wirken ist das Wort ORO – ich bete (an)
eingebunden.
Die beiden Verszeilen bestehen aus 68 = 2*34 = 4*17 Buchstaben. Die Zahl der Vokale und Konsonanten
ist gleich. Die Häufigkeit der Buchstaben R
und E ist 7+10 =
17.
Wie die Analyse
zeigen wird, geht es Catull um die vollkommene Gemeinschaft der Liebe zwischen
Mann und Frau. Beide sind spiegelbildliche Hälften mit einer gemeinsamen Mitte.
Die Liebe ist das, was die Gemeinschaft der drei göttlichen Personen und – in
geschöpflicher Analogie – die Gemeinschaft von Mann und Frau ausmacht. Die
Darstellung göttlicher Wirklichkeit dient daher als Modell irdischer
Liebesgemeinschaft.
2.
Das Distichon
hat folgende Zahlenwerte:
OD(I)
(27) ET (24) AMO (27)
QUAR(E) (59) ID (13) FACIAM (32) FORTASSE
(98) REQUIRIS (111)
8 37 391
NESCIO (62) SED (27) FIERI (46) SENTI(O) (78) ET (24) EXCRUCIOR (109).
6 31 346
|
a(5) e(10) i(10) o(6)
u(3) |
34 |
289 |
|
c(4) d(3) f(3) m(2) n(2) q(2) r(7) s(6) t(4) x(1) |
34 |
448 |
|
68 =
4*17 |
68 |
737 |
|
737 = 11*67 |
||
3.
Die Zahl 17 als Mittelpunktszahl von 33
ist Drehscheibe der Umkehrzahlen 12 und 21. Catull hat
beide Aspekte in der ZS 737 (Quersumme 17) verwirklicht. Der Tetraktysstern läßt diese
Rückkehrform nachvollziehen: 7 Hexagonpunkte
werden um 3 zu 10
erweitert und kehren zum Hexagon zurück. Da das Flächenverhältnis der beiden konzentrischen Kreise 1:3 beträgt, übernehmen die Punkte eine
Repräsentationsaufgabe für dieses Verhältnis. 737
läßt sich daher als 1:3:1 Flächeneinheiten interpretieren:
|
|
Die Summe 289 = 17*17
stellt zwei Hälften eines Oktaeders dar: eine gemeinsame Basis aus 8 Elementen und einen pyramidalen Aufbau aus je 9 Elementen:
|
|
Die gleiche Zahl von 34
Vokalen und Konsonanten könnte man als Gleichheit von Mann und Frau deuten.
Eine Schlüsselstellung nimmt das Wort SEN-TIO ein: Seine ZS
78 = 3*26
bezeichnet drei Oktaeder und die FS 60 ist
die Addition von 26 (SEN)
Elementen für einen ganzen Oktaeder und 2*17
(TIO) für zwei Hälften.
4.
Die
Buchstabenzahlen der beiden Zeilen 37 und 31 sind die beiden Primzahlen der vierten Dekade. Dieselbe
Buchstabenfolge hat das Distichon carmen 93
(Nil nimium studeo Caesar...), sodaß es mit den beiden Zahlen eine besondere
Bewandtnis haben muß. Unübersehbar werden die Zahlen 31-40
beherrscht durch die 37 Elemente der
Tetraktys, deren Einzelziffern ihre 10 Punkte
entsprechen. Nun enthält der Sechseckstern zwei ineinander verschränkte
Tetraktys, auf die das polare und komplementäre Verhältnis von Mann und Frau
bezogen werden kann. Der Rahmen einer Tetraktys besteht aus 9 Punkten + 9
Linien = 18 Elementen. Fügt man beiden
Tetraktysrahmen noch den gemeinsamen Mittelpunkt hinzu, erhält man 37 Elemente. Nun haben beide Tetraktysrahmen Anteil an den 6 hexagonalen Kreislinienpunkte, sodaß nach Abzug
dieser Zahl 31 Elemente übrig
bleiben:
|
|
Diese Deutung der Zahlen 37 und 31 hat eine objektive Grundlage in der ZS 181 der
Zahlen 31-40, zu verstehen als 18 Elemente eines Tetraktysrahmens + Mittelpunkt.
Die ZS der Zahlen 31-40
ist 5*71 = 355. Die Addition 181+355 ergibt 536 = 8*67. 67 ist auch Faktor der ZS 737.
Die Relevanz der Zahl 67 zeigt sich im Achsenkreuz
AK5 und wiederum im Tetraktysrahmen: Eine Achse des AK5 besteht aus 17
Elementen, zusammen 34; zählt man nur einen
Mittelpunkt, sind es 33. Ein vergleichbarer
Doppelaspekt, diesmal in Einzelziffern, tritt auf, wenn man die 9 Linien + 9
Punkte des Tetraktysrahmens durch 3 teilt
und so 3+3 für jede Seite erhält, andererseits für
jede Seite gesondert 3 Linien + 4
Punkte, also 7
Elemente zählt.
Ein weiterer Zusammenhang zwischen 31 und 37
besteht darin, daß die Zahl 31 aus der
Addition der Punkte 3+7 und der
Multiplikation der 3*7 Elemente des
Tetraktysrahmens zusammengesetzt ist: 10+21 = 31.
Die Buchstabensumme 68
entspricht der Summe der drei numerierten
Tetraktysseiten:
5.
Das Wort EXCRUCIOR hat die ZS
des TENET-Kreuzes 109.
Catull erleidet sein Schicksal in Übereinstimmung mit dem göttlichen Willen.
Der Gleichheit der Gefühle entspricht
der gleiche ZW 27 für ODI und AMO mit dem Durchschnittswert 9 je Buchstabe. Zusammen mit dem ET hat der Ausdruck die ZS
78 , die
sich auch für SENTIO
sowie FACIAM (32)und
FIERI (46)
ergibt, worin die Ambivalenz von Tun und Erleiden zum Ausdruck kommt.
--------------------
Nicht übersehen sollte man die Trennungsmöglichkeit
O DI – o Götter
mit den ZW 14+13, die, auf die Punkte des
Tetraktyssterns bezogen und aufgeteilt in (7+7)+13,
4+3 Flächeneinheiten darstellen. O DI und AMO
bilden eine gematrische Gleichung. Die drei göttlichen Personen, wie man
annehmen darf, sind Vorbild und Quelle menschlicher Liebe und Adressat aller
Verstrickungen, die entstehen können. O DI
ist als ein Hilfeschrei zu verstehen wie die zweimaligen Versanfänge in carmen 76:
O di ... me miserum aspicite (V.17-19)
O Götter, schaut auf
mich Armen
Ó di, réddite m(i h)óc | pró pietáte meá. (V.26)
O Götter, gewährt mir
dies für meine Frömmigkeit.
Wie zu erwarten, sind die beiden Hälften des letzten
Verses des Gedichts von gematrischer Vollkommenheit:
|
|
1.H. |
2.H. |
sm |
Fkt. |
|
ZS |
136 |
137 |
273 |
13*21 |
|
FS |
110 |
110 |
220 |
|
|
|
246 |
247 |
493 |
|
|
493 = 17*29 |
||||
Die ungerade Zahl 273
ist die Summe zweier angrenzenden ZS, die auch im Endergebnis 493
gewahrt ist, da die FS beider Hälften
jeweils 110 betragen sind.
Die ZS 273
läßt sich auf das PATERNOSTER-Kreuz mit derselben ZS beziehen. Die 13
Elemente des hexagonalen Doppeldreiecks und die volle Zahl der 21 Elemente der Doppelraute
vertreten das Flächenverhältnis 1:3.
Ungewöhnlich ist die Kontraktion von M(I H)OC zu MOC. Die ZW für IH sind 9+8 = 17, die Komplementärzahlen zu 1 und 2. Sie haben trinitarische
Bedeutung. Ihre FW sind 6+6 = 12, sodaß die ZS+FS 29 beträgt. Zieht man diese Elisionssumme ab,
bleibt 16*29 übrig.
Die FS und die ZS
verändert sich zu 220-12 = 208 und 273-17 = 256. Daraus ergibt sich das FS:ZS-Verhältnis 16*(13:16). Der Rahmen
eines Doppelrautenkreuzes, Grundlage für die Bildung eines Oktaeders, läßt sich
aufteilen in 13 Punkte und 16 Linien:
|
|
Betrachtet man die Elisionsbuchstaben als Leitmotiv
für den ganzen Vers, beträgt das ZS+FS-Verhältnis 29*(1:16), ein Hinweis auf die Gesamtzahl der Gedicht
Catulls. Das Verhältnis 1:16 entspricht den 1+16 Elementen
des AK3:
|
|
Untersucht man Ende und Anfang von carmen 85, EXCRUCI-OR
(109) und O-DI ET
AMO (78) so erscheint die Trennung von ODI zu O DI in
Catulls Absicht gelegen zu haben. Teilt man die 9+8
Buchstaben in drei Teile, geht die ZS 109
von EXCRUCIOR auf den zweiten und dritten
Teil über: EXCRUCI (78)
ORO (45) DI ET AMO (64).
Nun entspricht die Buchstabenverteilung der drei Teile 737 der Gesamt-ZS
des Distichons.
Wenn man die Silbe OR (31) verdoppelt, erhöht sich die ZS von 187 auf 218 = 2*109 und die Buchstabenzahl auf 19. Die Übersetzung lautet dann:
Ich werde gequält und bete (zu euch), Götter, und liebe. Ob man in
trinitarischem Sinn das ET zu TE – dich
umwandeln kann, soll offen bleiben. Die ZS 13
von DI schließt diese Möglichkeit nicht aus.
------------------------
6.
Wie oben schon
dargelegt, verbinden die Buchstaben ORO –
entsprechend SATOR ROTAS – das letzte Wort kreisförmig mit dem ersten: EXCRUCIOR ODI ET AMO bilden eine Sinneinheit, was dadurch
unterstützt wird, daß die 17
Buchstaben den durchschnittlichen ZW 11 haben
und so mit dem Faktor 11 der Gesamt-ZS des Textes verbunden sind: 187 = 17*11.
Das Verhältnis dieser vier Wörter zur Buchstabenzahl
68 und der ZS 11*67
beträgt daher 17*(1:3) bzw. 11*(17:50). Das zu
EXCRUCIOR gehörige SENTIO
ET fügt weitere 17*6 hinzu – ein Hinweis auf 11
Elemente der Raute, die zur Fischfigur von 17
Elementen in der Doppelraute erweitert ist:
|
|
7.
Es ist wird
stets zu Recht hervorgehoben, daß 8 der 14 Wörtern des carmen 85
aus Verbalformen bestehen, und darin kein einziges Substantiv enthalten ist. Es
dürfte nicht verwundern, wenn Catull nicht auch in dieser Hinsicht eine
gematrische Gliederung angestrebt hätte. Sechs Verbformen stehen in der 1.
Person Singular:
|
Bu. |
|
ZS |
Bu. |
|
ZS |
sm |
|
3 |
ODI |
27 |
6 |
NESCIO |
62 |
|
|
3 |
AMO |
27 |
6 |
SENTIO |
78 |
|
|
6 |
FACIAM |
32 |
9 |
EXCRUCIOR |
109 |
|
|
12 |
|
86 |
21 |
|
249 |
335 |
|
335 = 5*67 |
||||||
Das ZS-Verhältnis der 33 Buchstaben und 6
Wörter zu den übrigen 35 Buchstaben und 8 Wörtern ist 67*(5:6).
Die Zahlen 5 und 6
beziehen sich auf die Durchmesser- und Radialelemente der Kreisachse, die
Zahlen 6 und 7
auf den Doppelaspekt der Elemente einer Tetraktysseite, je nachdem ob man 4 Punkte und 3
Linien je Seite oder 9 Punkte und 9 Linien für alle drei Seiten zählt.
8.
Nun ist nicht
nur die ZS von EXCRUCIOR
ODI ET AMO durch 11 teilbar, sondern
auch REQUIRIS (111)
EXCRUCIOR (109).
Das Wort EXCRUCIOR wird zum Angelpunkt der
Produkte 17*11 und 20*11. Es handelt sich hier
um den Doppelaspekt von 20 bzw. 17 Elementen eines Quadrats mit zwei
Achsenkreuzen, da jede der 4 Achsen aus 5 Elementen besteht, sich die Summe 20 jedoch auf 17
reduziert, wenn nur ein Mittelpunkt gerechnet wird:
|
|
Der Buchstabe X mit dem ZW 21 weist sowohl
auf die Kreuzesform als auch auf das Quadrat hin. Das TENET-Kreuz
des SQ wurde bereits erwähnt. Catull fühlt sich
wirklich auf ein Kreuz ausgespannt. Der Fragende kann sein Leid nicht mindern,
da er mit NESCIO selbst keine Antwort findet
und sich der Fragende schon gar nicht in seine Lage versetzen kann.
Das Wort NESCIO
bildet den vierten Eckpunkt des Quadrats. Die Buchstabenzahl der linken und
rechten Seite beträgt 14 und 17, die aus den Kreiszahlen 12 und 21
(s.o.) als FW hervorgehen:
|
ODI ET AMO |
REQUIRIS |
|
NESCIO |
EXCRUCIOR |
Die 6 Wörter und
31 Buchstaben sind identisch mit der zweiten
Zeile. Es handelt sich also um eine Neugruppierung von außen und innen. Die
folgende Grafik gibt eine Übersicht über die Zahlensummen:
|
|
Die Gesamt-ZS der 6 Wörter 360
ist als Gradeinteilung des Kreises zu verstehen und hat in der
Produktaufteilung 10*36 dieselben FW 7+10 wie 12
und 21. Catull betont so die
Unaufhörlichkeit seiner wechselnden Gefühle.
Die Summen der linken und der rechten sowie der unteren
und oberen Seite bilden Zahlenverhältnisse: 140:220 = 20*(7:11), 171:189 = 9*(19:21).
Die Buchstabenentsprechungen der gemeinsamen Teiler
9 und 20 sind I und V,
eine bedeutsame Lautverbindung in den Staatsgottheiten IUPPITER und IUNO, aber auch in anderen Wörtern wie IUS, VIS, VIR, VIRTUS. In der
Zusammensetzung von 5+4 = 9 (Punkten +
Linien je Quadratseite) und 4*5 = 20 (Punkten des ganzen Quadratrahmens), deren
Summe 29 der Numerierung von 1-5 einer Achse des AK5 entspricht (s.o.),
sind die 9 Grundzahlen auf den Quadratrahmen
(QR) des Quadrats Qu5
bezogen, das dem SQ zugrunde liegt. Dies ist
ein weiteres Anzeichen dafür, daß Catull c.85
als eine unaufhörlich kreisende Bewegung im Sinne des SQ
versteht.
Die ZS 360 hat eine bedeutende Parallele
im SQ:
|
|
Die Mittelachse TENET
verbindet die Umkehrwörter SATOR und ROTAS: Der Schöpfer
hält die Räder. Die drei Wörter haben die ZS
199 und als verbundene Figur die ZS 161.
1.
Die Idee des
Quadrats wird auch deutlich, wenn man die Faktorenwerte
(FW) zu den ZW
hinzunimmt. Die Faktorensummen (FS) der
beiden Verszeilen sind:
ODI19 ET24 AMO17. QVARE40 ID10 FACIAM23, FORTASSE72 REQVIRIS76. [281]
NESCIO44, SED17 FIERI39 SENTIO60 ET24 EXCRVCIOR79.[263]
Die FS 281+263 = 544 =
32*17 = 16*34 = 8*68 bedeutet den durchschnittlichen FW 8 je Buchstabe.
Ein QR des Qu5 besteht aus 16
Punkten und 16 Linien. Die Zahl 34 teilt den QR in 2 Hälften von jeweils 9P + 8L, wenn man
den letzten Punkt der ersten Hälfte zum ersten Punkt der zweiten Hälfte macht.
Die Zahl 16 kann die Zahl
der Einzelquadrate im Qu5 bezeichnen.
Die ZS+FS 737+544 = 1281 = 21*61 läßt sich auf die 3*7 Elemente
der Tetraktysseiten beziehen. 6+1 sind
einerseits die Punkte des Hexagons, andererseits bezeichnet 1 den Zuwachs von einem Punkt je Tetraktysseite
gegenüber einer durchgehenden Zählung aller drei Seiten.
Die Zahl 61 ist
auch der ZW von TENET
im SQ und des Wortes CRUX – Kreuz, dessen erste beiden Buchstaben CR mit den ZW 3+17
auf die Quadratachsen hinweisen (s.o.), während die ZW
20+21 der Buchstaben UX mit den
Elementen des DR-Kreuzes übereinstimmen. Der
Buchstabe X mit dem ZW 21
gibt die Schnittpunktachse der DR wieder.
Dem X in EXCRUCIOR
kommt daher eine besondere thematische Bedeutung zu.
2.
Die ZS+FS der beiden
Zeilen sind 391+281
= 672 und 346+263 = 609 = 21*(32:29).
Das Verhältnis 17:20 hat
Catull auch als ZS+FS-Verhältnis der 17:20
Buchstaben der ersten Zeile gestaltet: 273:399 =
21*(13:19).
Die FW der ZS 391 und 346 sind 40+175, was zur Gesamtsumme 952 = 7*136 führt. Da die FS
Primzahlen sind, ergibt sich das 4Werte-Verhältnis
von FS und ZS
1088:1052 = 136*(8:7).
3.
Die ZS+FS der 4
"Eckpunkte" des Gedichts sind:

Die ZS+FS 619
ist der FW der ersten vier aufeinander folgenden
Zahlen 1234 = 2*617.
In der Primzahl 619 ist der ZW 61
von TENET und 69 von SATOR
enthalten. Das T mit dem ZW 19
hat Anteil an beiden Wörtern. Die zwei Anfangsbuchstaben der zentralen Wörter FACIAM
und FIERI haben die ZW 6+1 und 6+9 und
unterstreichen somit den religiösen Bezug zum SQ.
Die Zahl 619 bestätigt
das Zustandekommen der ZS 360 (s.o.).
Catull hat die Primzahl 617 als Grundlage für drei Faktoren verwendet: 67 für die ZS, 17
für die FS und 61 für die ZS+FS.
Der ZS+FS 619 der
"Eckwörter" steht der Binnenwert 662
= 2*331 gegenüber. Die Einzelziffern der
Primzahl 331 geben die 7 Punkte der DR wieder, von den zwei einen Oktaeder bilden. Die FS
der beiden Zahlen ist 619+333 = 952 = 4*14*17 = 4*238.
Der Zusammenhang der Zahlen 14 und 17 mit den Zahlen 12
und 21 wurde oben bereits dargelegt. Die
Produktform stellt die ZS+FS der Zahlen 1-16
(136+102)
dar.
Die ZS+FS 1281+952 = 2233
ergibt durch die Faktoren 11*7*29 den FW 47.
4.
Die ZS+FS 244 der linken Quadratseite ist 4*61, also 4
Anteile von 21.
Zu der ZS+FS 4*61 kommen
QUARE ID
durch die ZS+FS 122 noch 2 Anteile hinzu.
Die folgende Tabelle zeigt die Werte im Überblick:
|
Bu. |
1.
Zeile |
ZS |
FS |
Bu. |
2. Zeile |
ZS |
FS |
GS |
|
8 |
ODI ET AMO. |
78 |
60 |
|
|
|
|
|
|
7 |
QUARE ID? |
72 |
50 |
6 |
NESCIO. |
|
|
|
|
15 |
|
150 |
110 |
6 |
|
62 |
44 |
21 |
|
|
|
260 |
|
|
106 |
366 |
||
|
60:78 = 6*(10:13); 72:78
= 6*(12:13); 110:150 = 10*(11:15) |
||||||||
Den Buchstabenzahlen der ersten Zeile entsprechen 7+8 Rahmenelemente der DR, der zweiten deren 4+2 Innenelemente:

Der durchschnittliche ZW
der 15
Buchstaben ist 10. Die ZS und FS der 8 und 7
Buchstaben mit gemeinsamen Teilern 6 (78:72) und 10 (60:50)
vermitteln den engen Zusammenhang von paradoxer Aussage und staunender Frage.
Die 6 Wörter können als thematische
Kurzfassung des gesamten Textes aufgefaßt werden.
Das Verhältnis der ZS+FS der 21:47 Buchstaben ist 61*(6:15) = 183*(2:5). Die Zahl 183
bezeichnet in der Aufteilung 18+3 die beiden
Zählweisen der Rahmenelemente der Tetraktys. Die Zahlen 2 und 5 sind auf die 2 äußeren und 5
hexagonalen Punkte des DR
beziehbar. Sie stehen auch in Übereinstimmung mit der Buchstabenzahl von ID und QUARE.
Die Zahl der 21
Buchstaben verbindet also Tetraktys und Doppelraute.
5.
Das Verhältnis
122*(2:1) ist so zu verstehen: TENET ist die Mittelachse spiegelbildlicher Wörter
(SATOR AREPO/OPERA ROTAS) und gilt für beide
Hälften. Also ist TENET zweimal zu zählen.
Andererseits verlangt die ganzheitliche Sicht, die Mittelachse nur einmal zu
berücksichtigen. Dieser Doppelaspekt des SQ
führt zu dessen ZS 364+303 = 667 = 29*23. Die beiden Faktoren werden sich im nächsten
Teil als FW zweier Teilsummen erweisen.
6.
Bei weiterer
Suche nach dem Faktor 61 zeigt sich, daß die
ZS der Wörter NESCIO
(62) SED (27) FIERI (46) EXCRUCIOR (109) ebenfalls 244 beträgt. Die ersten drei Wörtern sind mit EXCRUCIOR auch durch gemeinsame Teilbarkeit der ZS+FS miteinander
verbunden: 235:188 = 47*(5:4). Dieselbe ZS+FS 235 ergibt sich auch für OD(I) ET AMO. QUAR(E) ID, wenn man den Elisionswert von IE = 14+11 = 25 von 260 abzieht.
Die Faktoren 61
und 47 sind also durch 8 Wörter fest mit
EXCRUCIOR verbunden. Der Grund hierfür liegt in den Werten des TENET-Kreuzes:
|
|
Jede Achse besteht einerseits aus 5 Buchstaben, andererseits das gesamte Achsenkreuz
aus 9 Buchstaben. Man wird dem Achsenkreuz
dadurch gerecht, daß man 10+9 Buchstaben
berechnet, wie die tatsächliche ZS 109 des
Achsenkreuzes auch nahelegt. Die ZW/FW-Verrechnung
zeigt folgendes Ergebnis:
|
|
|
|
sm |
FW |
|
ZS |
122 |
109 |
231 |
21 |
|
FW |
63 |
109 |
172 |
47 |
|
sm |
|
|
|
68 |
Es ist anzunehmen, daß die oben ermittelte
Aufteilung in 21+47 Buchstaben in dieser
Verrechnung einen wesentlichen Grund hat.
7.
Auf die Zahlen
47 und 61
ist am Ende dieses Textteils noch weiter einzugehen. Ausgangspunkt sind die
durch 61 teilbaren ZS+FS 244
der Wörter ODI ET AMO und NESCIO sowie der ZS+FS 122
der Wörter QUARE ID.
Die restliche Buchstabenzahl der ersten Zeile beträgt 22,
die der zweiten Zeile 25. Dies entspricht
den ZS der Konsonanten DS
und der Vokale EU des Wortes DEUS – Gott
(s.a. Erklärung).
Die FS der 4 Buchstaben ist 26. Die Differenz zwischen FS und ZS beträgt 21. Neben der soeben gegebenen Erklärungen sollen
noch zwei weitere vorgelegt werden, eine einfachere und eine schwierigere:
Erste Erklärung
Die Zahl 47
ergibt sich aus einer Numerierungsweise der DR-Rahmenelemente von 1-5:
|
|
Die Numerierungssumme des hexagonalen Bereichs
beträgt 21, die des Erweiterungsteils 26. Auf die beiden konzentrischen Kreise bezogen
bedeutet 47+21 das Flächenverhältnis 3:1 des ganzen äußeren Kreises zum
inneren Kreis.
Zweite Erklärung
Ein Oktaeder
besteht aus zwei Doppelrauten (DR) zu je 21 Elementen und zusammengefügt aus 26 Elementen. Somit käme einmal die Zahl 68 zustande aus der Addition von 26+42.
Die Differenzbetrag 21
des Wortes DEUS bezieht sich auf die
Einzelstellen zweier Numerierungen, einmal von 1-0
und einmal von 1-10:
|
|
Die Nullstelle, die im römischen Zahlsystem kein
Zeichen hat, muß mitgezählt werden. Die Null dient als Platzhalter für die
erste Maßeinheit. Hier werden aber nur Punkte gezählt. Daher muß die 0, einmal als Abschluß einer Kreisdarstellung, und
einmal als fortzusetzende Streckendarstellung ans Ende gesetzt werden.
Die ZS der beiden
Numerierungen sind 45+55 = 100, die FS 39+46 = 85.
Nun kann man das FS:ZS-Verhältnis
entweder extern oder intern bestimmen. Extern ist das Verhältnis 5*(17:20), intern 5*(17:3). Beide
Verhältnisse haben offensichtlich einen inneren Zusammenhang zu den 20 bzw. 17
Elementen der 4 Quadratachsen (s.o.).
Das Wort FIERI –
geschehen erweist sich als ein Schlüsselwort
des Gedichtes, da seine ZS+FS identisch ist mit den FS
der Zahlen 1-10 (46)
und 1-9 (39).
Man kann also annehmen, daß Catull dieses Gedicht auch aus diesem Grund bewußt
an die 85. Stelle seines Werks gesetzt hat.
Nimmt man also für die Grundlegung des
Dezimalsystems in der Numerierung zweier DR 21
Stellen an, bedeuten die Zahlen 0 und 10 die Vereinigung der beiden polaren Punkte der
jeder DR, wodurch sich die Zahl der Elemente
jeder DR auf 20
reduziert. Hierfür liefert die ZW/FW-Verrechnung
folgendes Ergebnis:
|
|
DR |
Nm |
sm |
FW |
sm |
FW |
|
ZS |
40 |
21 |
61 |
61 |
|
|
|
FW |
11 |
10 |
21 |
10 |
|
|
|
sm |
|
|
82 |
71 |
153 |
23 |
|
FW |
|
|
43 |
71 |
114 |
24 |
|
sm |
|
|
47 |
|||
Catull könnte die Zahlen 61
und 21 zum Produkt der ZS+FS 1281 gemacht haben. Das Endergebnis besteht aus
den Konstitutivzahlen 23+24 = 47.
Erstellt:
März 2010
Letzte Änderung:
Januar 2011