Die Zahl 83 und 830 Verse der 10 Eklogen
a) Zahlensummen
Vorläufige
Zusammenfassung und Vorausblick
b)-e) Faktoren-
und Zahlensummen, Tetraktysmodell, Kreismodelle
Die folgenden Ausführungen schließen sich an
die Analyse des 4. Verses der 4. Ekloge mit dem Gesamtwert 581
= 7*83 an:
ULTIMA CUMAEI VENIT IAM CARMINIS AETAS
a) Zahlensummen
Von den 10 Eklogen ist nur
die Verszahl der 8.
Ekloge umstritten. Eine formale Analyse des Textes zeigt, daß die
Zahl von 109 Versen in den meisten Ausgaben auf 110 korrigiert werden muß.
1.
Mit der Zahl 83 verknüpft Vergil mehrere Bedeutungsebenen und
Bedeutungskategorien. Die Konstituenten der Primzahl 83 sind 42+41. Sie wiederholen auf
der Ebene der Doppelraute (DR) den Doppelaspekt der Kreisachse aus 2*3 Radialelementen und 5 DM-Elementen. Im
ersten Fall sind 2 Mittelpunkte, im zweiten 1 Mittelpunkt zu zählen. Faßt man die 3 Mittelpunkte und die
linken und rechten Symmetrie-Elemente als zwei Gruppen zusammen, ergibt sich
zweistellig 38 oder 83:
|
|
2. Auf DR-Ebene
geht es nicht um eine einzelne Achse, sondern um ein Achsenkreuz
aus 2 DR zu je 21
Elementen. Der Doppelaspekt aus einem und zwei Mittelpunkten schafft die
Möglichkeit zweier Konstituenten aus ungerader und gerader Zahl.
Die FW
von 42 und 41
sind 12 und 41.
Ihre Summe 53 wurde weiter oben dem
Doppelaspekt von 26+27 Elementen des
Oktaeders zugeordnet. Folgende Rechnung der ZS+FS der Zeile 4
(der 4. Ekloge) zeigt den Bezug zu 53:
|
ZS |
336 |
18 |
sm |
|
FS |
245 |
19 |
|
|
sm |
581 |
37 |
618 |
|
618 = 12*53 |
|||
3.
Die
ZS+FS 581 = 7*83 = FW 90
= 9*10 zeigt, daß die Zahlen 9 und
10 zusammen eine
konstitutive Einheit für das Dezimalsystem bilden. Dies kann man an der
Verszahl der 10 Eklogen
Vergils erkennen. Ihre Gesamtzahl 830 ergibt
ebenso den FW 90:
|
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
55 |
|
ZS |
83 |
73 |
111 |
63 |
90 |
86 |
70 |
110 |
67 |
77 |
830 |
Die 83 Verse der ersten Ekloge zeigen das Verhältnis 1:9 zu den übrigen 9
Eklogen.
Die ersten beiden Eklogen mit 83 und 73 Versen
geben das Konzept der Zahl 10
und 9 vor:
|
|
|
Die Zahlen 3 und 7 teilen sich
den gemeinsamen Mittelpunkt 5, die Zahlen 3 und 8 sind
selbst Mittelpunkte von je einer 5-er Einheit, die Zahlen 5 und 6 die
gemeinsame Mitte der Zahlen 1-10.
Die Verszahlen
teilen sich auf in 420+410 Verse je 5-er Einheit (1-5, 6-10).
4. Da die drei Mittelpunktzahlen
5/56 in Vergils
Konstruktion der Verszahlen eine beachtliche Rolle spielen, soll ihre Bedeutung
vorher bedacht werden. Die Summen der Zahlen 1-9 und 1-10 ist die Quadratzahl 100 der höheren Endzahl 10. Die Summe der drei Mittelpunktzahlen
ist 16, die Quadratzahl von 4. Also ist 16 die Summe der Zahlen 1-3 und 1-4, 6+10. Der Zusammenhang
wird erkennbar bei Umkehrung der drei Mittelpunktzahlen zu 6+(5+5). Unter Abzug von 2*16 von 100 ergibt sich das
Teilsummenverhältnis 32:68 = 4*(8:17). Die beiden Verhältniszahlen zeigen sich etwa im SATOR-Quadrat, dessen 25 Buchstaben aus 8 verschiedenen
Buchstaben mit der ZS 102 und den übrigen 17 Buchstaben mit der Umkehrsumme 201 bestehen. Diese beiden
Umkehrzahlen haben ihr Modell in den FS der Zahlen 1-16 (102) und 1-23 (201).
In dreistelliger Zusammenfassung hat die Zahl 655 den FW 5*131 = 136. Die Zahl 136 = 8*17 ist die Summe der
Zahlen 1-16. Ihre Quersumme ist 10, sie sind gebildet aus
den ersten 3 Zahlen durch
fortlaufende Addition: 1+(1+2)+(1+2+3). Ihre Reihenfolge zeigt eine bedeutungsvolle Punkteaufteilung der Tetraktys: Dem
Mittelpunkt stehen die 3 Eckpunkte gegenüber und setzen diese 4 Punkte in Beziehung
zu den 6 hexagonalen Kreislinienpunkten.
Die Faktoren der
Mittelpunktzahlen 556 sind 4*139 = FW 143
= 11*13, mit erneutem Bezug auf das
SATOR-Quadrat die ZS eines PATER NOSTER.
Die beiden
Umkehrzahlen können weiter verrechnet werden. Für Vergils Zahlenkonstruktion
relevante Zahlen sind gelb markiert:
|
|
|
|
sm |
FW |
|
FW |
|
Z |
556 |
655 |
1211 |
180 |
7*173 |
|
|
FW |
143 |
136 |
279 |
37 |
sm |
|
|
sm |
|
|
1490 |
217 |
1707 |
572 |
|
FW |
|
|
156 |
38 |
194 |
99 |
|
|
|
|
|
|
|
671 |
5. Eine erste Anwendung
für die Zahlenkonstruktion läßt sich aus der Tabelle entnehmen: Die Verszahlen
der Eklogen 3, 4 und 6 haben als Endziffern die Abfolge 136:
|
3 |
4 |
6 |
sm |
|
111 |
63 |
86 |
260 |
Die dreistellige Zahl 346 hat die Faktoren 2*173.
6.
Die Konstruktion der Verszahlen weist zwei Muster auf. Die erste orientiert sich an
den dargelegten Mittelpunktszahlen:
|
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
|
|
ZS |
83 |
73 |
111 |
63 |
90 |
86 |
70 |
110 |
67 |
77 |
830 |
|
FW |
83 |
73 |
40 |
13 |
13 |
45 |
14 |
18 |
67 |
18 |
384 |
Die 10
Verszahlen sind in zwei konzentrisch geordnete Gruppen geteilt und jede Gruppe
wiederum in zwei Untergruppen.
Die 1.
Gruppe wird durch die Begrenzungszahlen der beiden 5-er Einheiten
bestimmt, wobei ein Zahlenverhältnis zwischen den inneren beiden und äußeren
beiden Verszahlen besteht:
|
Nr. |
5 |
6 |
sm |
1 |
10 |
sm |
GS |
|
ZS |
90 |
86 |
176 |
83 |
77 |
160 |
336 |
|
FW |
13 |
45 |
58 |
83 |
18 |
101 |
159 |
|
176:160 = 16*(11:10) |
|||||||
Die 2. Gruppe wird angeführt durch die Nummern 3 und 8, die
Symmetriemittelpunkte der beiden 5-er Einheiten. Die angrenzenden Zahlen 111+110 sind konstitutiv für ihre
Summe 221 = 17*13. Die Summen der jeweils
benachbarten Zahlen sind ebenfalls angrenzend: 136+137
= 273 = 21*13. Das
Verhältnis der 2:4 Verszahlen ist somit 13*(17:21) = 13*38 = 2*13*19.
Der höheren Mittelpunktszahl steht
die niedrigere Summe der Nachbarzahlen gegenüber und umgekehrt, so daß beide
Dreiergruppen aus jeweils 13*19 = 247 Versen bestehen. Auch die FS der beiden Hälften bilden ein Zahlenverhältnis:
126:99 = 9*(14:11).
Den Zahlen 13 und 19
entsprechen die Buchstaben NT, die in der TENET-Achse des SATOR-Quadrats zweimal
vertreten sind, wenn man den Mittelpunkt doppelt zählt, um so 2*3 Radialelemente zu erhalten.
4 (und mehr) Zahlen können auf drei
Weisen miteinander korrespondieren:
– symmetrisch nach erster und zweiter
Hälfte: 12|34
– chiastisch: Außenglieder umrahmen
Innenglieder: 14|23
–
versetzt:
erste und zweite Zahl jeder Hälfte korrespondieren: 13|24
|
2 |
4 |
7 |
9 |
|
73 |
63 |
70 |
67 |
Das symmetrische Muster zeigt
Nachbarkorrespondenz, die beiden anderen Verhältniskorrepondenz:
|
symmetrisch |
2 4|7 9 |
136:137 |
|
|
chiastisch |
2 9|4 7 |
140:133 |
7*(20:19) |
|
versetzt |
2 7|4 9 |
143:130 |
13*(11:10) |
Die gemeinsamen Teiler der beiden
Hauptgruppen, 16 und 13, entsprechen den 29 Rahmenelementen eines DR-Kreuzes
mit 13 Punkten und 16
Linien.
7.
Die Zahlen 5 und 6 bilden, den Elementen der Kreisachse entsprechend, das
Grundmuster jeder Zahlenmenge:
|
Menge |
Anfang |
Füllung |
Mitte |
Füllung |
Ende |
|
|
ungerade |
x |
x… |
x |
x… |
5 |
3+2 |
|
gerade |
x |
x… |
x x |
x… |
6 |
4+2 |
Anfang, Mitte und Ende bestehen
stets aus 3 oder 4
Einzelzahlen, Punkten vergleichbar; zwischen Anfang und Mitte, Mitte und Ende dehnen
sich gleichviele Zahlenmengen aus. Die Gleichheit der "Füllungen",
den Radialmaßen vergleichbar, hat Vergil an der geraden Zahl 10 demonstriert. Daß er aber auch die ungerade
Zahl 9 mit einbezogen hat, soll folgende
Aufteilung in Rahmen- und Füllelementen beider Zahlen zeigen, indem von jeder
Reihe die 4Werte ermittelt werden:
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
|
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
|
Rahmen |
ZS |
FS |
FW |
FW |
sm |
Füllung |
ZS |
FS |
FW |
FW |
sm |
|
1-9 |
25 |
22 |
10 |
13 |
70 |
1-9 |
20 |
17 |
9 |
17 |
63 |
|
1-10 |
33 |
27 |
14 |
9 |
83 |
1-10 |
22 |
19 |
13 |
19 |
73 |
|
|
58 |
49 |
24 |
22 |
153 |
|
42 |
36 |
22 |
36 |
136 |
|
153:136 = 17*(9:8) = 17² = 289 |
|||||||||||
Nach der oben genannten mathematischen
Gesetzmäßigkeit ist 17² die Summe der Zahlen
1-16 und 1-17.
Vergil hat alle 4 Teilsummen verwendet:
|
1 |
2 |
4 |
7 |
|
83 |
73 |
63 |
70 |
8.
Das zweite Konstruktionsmuster orientiert sich an
Zehnersummen. Es sind
3 Gruppen von Verszahlen in der Folge 4-3-3
zu unterscheiden, deren Verszahl zusammen oder einzeln durch 10 teilbar sind:
|
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
55 |
|
ZS |
83 |
73 |
111 |
63 |
90 |
86 |
70 |
110 |
67 |
77 |
830 |
|
FW |
83 |
73 |
40 |
13 |
13 |
45 |
14 |
18 |
67 |
18 |
384 |
|
300+260+270 |
|||||||||||
Die Verszahlen der Eklogen 1+10 und 2+9
ergänzen sich jeweils zu den Zehnersummen 160+140 = 300. Es bleiben 530 übrig. Man
erkennt an den Einzelziffern 353 das Muster
von 2*3 Radialelementen und 5 DM-Elementen:
|
|
Das Summenverhältnis
der zweiten zur dritten Gruppe ist 10*(26:27)
und verweist auf den bereits erwähnten Doppelaspekt von 26 und 27 Oktaederelementen.
Die Nummernpositionen der dritten Gruppe ist als dreistellige Zahl 578 = 2*17² und könnte auf die oben ermittelte
Quadratzahl von 17 zurückgehen.
Das Verhältnis 300:270 = 30*(10:9) weist auf die gemeinsame Bedeutung der
Zahlen 9 und 10
für das Dezimalsystem hin.
9. Das erste Konstruktionsmuster
birgt ein erstaunliches Geheimnis: Es bildet genau die gematrischen Werte der Kapitolinischen Trias ab:
|
|
ZS |
FS |
|
|||||||||
|
IUPPITER IUNO MINERVA |
242 |
173 |
415 |
|||||||||
|
OPTIMUS MAXIMUS REGINA |
252 |
163 |
415 |
|||||||||
|
|
494 |
336 |
830 |
|||||||||
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
|||
|
83 |
73 |
111 |
63 |
90 |
86 |
70 |
110 |
67 |
77 |
|||
Die Summe der
Verszahlen 1 und 5
beträgt 83+90 = 173,
die der zweiten Begrenzungsnummern 6 und 10 86+77 = 163. Die beiden Summen
entsprechen den FS der Kapitolinischen Trias
(173) und den drei Beinamen (163). Die Summe 494
der 6 dazwischen liegenden Verszahlen beträgt ist identisch mit der ZS der 6 Namen.
Die ZS+FS der drei Namen und Beinamen der
Kapitolinischen Trias ist mit 415 jeweils
gleich.
Vorläufige Zusammenfassung und
Vorausblick
1.
Die bisherige Untersuchung hat den Blick dafür geschärft, daß die
10 Eklogen als zwei 5-er Einheiten zu sehen sind. Eine weitere Betrachtung
zeigt, daß beide Einheiten nicht nur konzentrisch, sondern auch parallel
einander zugeordnet sind, d.h. Ekloge 1 zu 6, 2 zu 7 usw. Dies ist vor allem daraus zu schließen,
daß die Summen der ersten 4 Paare jeweils durch 13 teilbar sind:
|
Ekl. |
1 |
6 |
2 |
7 |
3 |
8 |
4 |
9 |
5 |
10 |
|
ZS |
83 |
86 |
73 |
70 |
111 |
110 |
63 |
67 |
90 |
77 |
|
sm/13 |
13 |
11 |
17 |
10 |
– |
|||||
Die Positionssummen
der 4:1 Paare betragen 40:15 = 5*(8:3),
worin sich die Bedeutung der Zahlen 8 und 3 bestätigt.
2. Parallele
Korrespondenz ist geometrisch durch gegenüberliegende Kreissektoren
darstellbar:
|
|
Die Addition von
Zahlensummen (ZS) und Faktorensummen (FS), im folgenden
Teil ausgeführt, zeigt Summengleichheit der Eklogen 2-6 und 1, 7-10.
Es liegt daher die Vermutung nahe, daß nach der Logik von Kreiszahlen die
Zahlen 1 und 10
zusammenfallen. Ein Basismodell
ist interpretierbar als Sektorenkreis
und als Punktekreis
mit zwei verschiedenen Zuordnungsweisen.
Die Verszahlen 83 und 73 der
ersten beiden Eklogen können als Leitzahlen
bezeichnet werden, denen jeweils 4 weitere
Verszahlen zugeordnet sind. Geometrische Modelle für ein solches zweifaches
Zahlenverhältnis sind die Doppelraute
und 2 Tetraktys.
b)-e) Faktoren- und
Zahlensummen, Tetraktysmodell, Kreismodelle
Erstellt: Mai 2009