SAPERE AUDE
A. Bedeutung
I. Einleitung
II. Zusammenfassung der 8 Inhaltsteile
III. Die Zeilen 32-43
c) Unterschied zw. Horaz u. Kant
B. Gematrische Analyse
I. SAPERE AUDE
II. Vers 40
III. INCIPE – Abschluß und Vollendung
C. Weitere Werte: 8 Imperative und ihr Kontext
D. Ausrichtung auf das SATOR-Quadrat
E. VESTA à VATES: Der Dichter
– Interpret göttlichen Wirkens
I. Einleitung
SAPERE AUDE erlangte Berühmtheit durch den Philosophen
Immanuel Kant, der seine Definition der Aufklärung in diesen
beiden Worten zusammenfaßte und übersetzte: Habe
Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Diese Bedeutung entspricht jedoch
keineswegs der, die Horaz in Epistel I, 2, 40 damit verband. Um sie zu
verstehen, sollen die 8 Teile des Textes
zunächst zusammengefaßt werden:
II. Zusammenfassung der 8 Inhaltsteile
|
1-5 |
Horaz hat Homers Ilias und Odyssee erneut zur
Hand genommen und möchte seinem Freund Maximus Lollus, an den der Brief
gerichtet ist, mitteilen, daß er in den beiden Werken mehr Lebensweisheit gefunden
hat als in den Lehren bekannter Philosophen. |
|
6-16 |
Im trojanischen Krieg scheitern auf beiden Seiten
Ermahnungen zur Vernunft wegen der Uneinsichtigkeit der Heerführer. |
|
17-26 |
Odysseus dagegen ist ein Vorbild an Selbstbeherrschung
im Unterschied zu vielen seiner Gefährten. |
|
27-31 |
Mit diesem heroischen Vorbild können sich die
gewöhnlichen Menschen, zu denen sich Horaz in gespielter Bescheidenheit rechnet,
nicht messen. Er stuft sie vielmehr herab auf die Ebene von Faulenzern wie
die schmarotzenden Freier der Penelope und die jungen Leute der Phäaken, die
erst zur Mittagszeit vom Schlaf aufstehen. |
|
32-43 |
Unvermittelt jedoch spricht sich Horaz für eine
gegenteilige Lebenshaltung aus: Der Mensch soll seine Trägheit überwinden und
sich tatkräftig um Bildung und Lebensweisheit bemühen. |
|
44-54 |
Ständiges Besitzstreben macht die Seele krank,
weshalb der Reiche seinen angehäuften Besitz nicht wirklich genießen kann. |
|
55-63 |
Aufruf zur Beherrschung der Leidenschaften |
|
64-71 |
Eine weise und gebildete Lebensführung muß früh
eingeübt werden. Hierbei soll jeder die Schnelligkeit seines geistigen
Fortschritts selbst bestimmen. |
III. Die Zeilen 32-43
|
32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 |
ut iugulent hominem, surgunt de nocte latrones; ut te ipsum serves, non expergisceris? atqui si noles sanus, curres hydropicus; et ni posces ante diem librum cum lumine, si non intendes animum studiis et rebus honestis, invidia vel amore vigil torquebere. nam cur, quae laedunt oculum, festinas demere, siquid est animum, differs curandi tempus in annum? Dimidium facti, qui coepit, habet; sapere aude, incipe. vivendi qui recte prorogat horam, rusticus exspectat dum defluat
amnis; at ille labitur et
labetur in omne volubilis aevum. |
Die Übersetzung ist
eine Mischung aus wörtlich und frei:
|
32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 |
Um einem Menschen
die Kehle durchzuschneiden, erheben sich zur Nachtzeit die Räuber; um dich selbst zu
retten, wachst du nicht auf? Wenn du nicht
laufen willst, solange du gesund bist, wirst du es tun, wenn du an
Wassersucht leidest. und wenn du nicht
vor Tagesanbruch nach einem Buch und einer Lampe verlangst, wenn du Dich
nicht mit Wissenschaft
und dem sittlich Guten beschäftigst, werden Neid und
Sinnenlust dich quälen und keinen Schlaf finden lassen. Denn wer, dem etwas ins Auge
geraten ist, beeilt sich nicht, es herauszunehmen, wenn aber etwas an deiner Seele
nagt, verschiebst du den Zeitpunkt der Heilung auf ein Jahr? Die Hälfte der Tat
hat geleistet, wer begonnen hat; wage weise zu sein, fange an. Wer die
Stunde des richtigen Lebens hinauszögert, wartet wie ein
bäurischer Tölpel darauf, daß ein Stromlauf abfließt; aber jener gleitet und wird
gleiten in ständiger Bewegung bis in alle Ewigkeit. |
1.
In diesem
Abschnitt geht es um die Überwindung geistiger Trägheit. Während die Phäaken bis
zum Mittag schlafen, hält es Horaz für erforderlich, früh aufzustehen, um mit
der körperlichen auch die geistige Trägheit zu überwinden. In vier Vergleichen
verdeutlicht dies Horaz.
2.
Erster
Vergleich: Die Räuber mißbrauchen die Tugend frühen Aufstehens zu einer
kriminellen Tat. Der angesprochene Leser (ut te ipsum serves), der nicht den
Weg des Verbrechens geht, sollte daher mit umso größerer Bereitschaft sich
erheben, um sich selbst zu retten. Im Licht des ersten Satzes deutet Horaz
damit an, daß unbesorgter Schlaf eine potentielle
Gefahr darstellt, eine Bedrohung, die sich auf körperliche Unversehrtheit
bezieht, aber sich auch ungünstig auf den Seelenzustand auswirkt.
3.
Im zweiten
Vergleich geht es um gesundheitliche Voraussicht und Vorsorge im Leben: Wer zu
träge für angemessene Bewegung ist, wird zu einer späteren Zeit seines Lebens
durch gesundheitlichen Schaden dazu gezwungen werden.
4.
Aus den ersten
beiden Vergleichen leitet Horaz bereits eine erste Lehre ab: Wer sich nicht
schon vom frühen Morgen an um geistige Bildung bemüht, den werden später Neid
und Sinnenlust um seinen Schlaf bringen. Wie ist diese ungewöhnliche Aussage zu
verstehen? Der Mensch kann für sein seelisches Wohl nur durch geistige
Anstrengung vorsorgen und so am Bildungsgut anderer teilhaben. Neid entsteht,
wenn jemand aufgrund eigenen Verschuldens mit den anderen nicht mithalten kann.
Wessen Leben nicht geistige Inhalte ausfüllen, der wird von körperlichen
Begierden und deren Befriedigung geplagt.
5.
Der dritte
Vergleich vertieft die beiden ersten: Eine körperliche Störung, wie etwa ein
Partikel im Auge, wird sofort beseitigt, eine seelische Störung jedoch wird
häufig zu wenig wahrgenommen oder beachtet und ihre Behebung unzulässig lange
hinausgezögert.
6.
Die Lehre aus
den drei Vergleichen zieht Horaz in Zeile 40. Sie hat einen ambivalenten
Aspekt: Der Mensch ist zu einem geistigen Dasein bestimmt, das Entschlußkraft
und Anstrengung erfordert. Wenn er diese seine Bestimmung innerlich annimmt und
danach handelt, sorgt er auf Dauer für sein seelisches Wohlbefinden. Wer diese
Bestimmung nicht erkennt, läßt sich nur von der Befriedigung des Augenblicks
leiten, später jedoch wird er von seinen Versäumnissen eingeholt und leidet
zunehmend an körperlichen und seelischen Gebrechen.
Horaz fordert den Leser auf, einen Umschwung zu vollziehen von einer kurzsichtigen
und materiellen Lebenseinstellung hin zu einer einsichtigen, das ganze Leben
bedenkende Haltung. Diese erfordert Mut, weil sie sich primär nur auf die
Geltungskraft der Erkenntnis, nicht auf die Befindlichkeit des Augenblicks
stützt.
Der Dichter sichert dem, der sich zu einer Tat aus
innerer Einsicht entschlossen hat zu, daß er damit schon Entscheidendes, ja
bereits die Hälfte geleistet hat. Damit der Mensch jedoch die wünschenswerte
Entschlossenheit aufbringt, ist ein grundsätzlicher Erkenntnisakt zu
vollziehen, nämlich ein weises Leben zu führen (SAPERE),
in dem Sinn, daß er seiner geistigen Bestimmung gerecht wird. Es ist ein Wagnis
(AUDE), das nur aus der Sicherheit geistiger
Erkenntnis heraus eingegangen werden kann.
7.
Wer einmal zum
Wagnis einer weisen Lebensführung (recte vivendi) bereit ist, darf nicht zögern
(prorogat moram), seinen Entschluß in die Tat umzusetzen. Daher steht das Wort AVDE als Fazit eines Erkenntnisprozesses am Ende
der Zeile und INCIPE als Beginn einer neuen
Perspektive am Anfang der nächsten. Dem Beginn folgt eine nie endende
Fortsetzung.
8.
Das vierte und
letzte Bild bereitet dem Verständnis einige Schwierigkeiten. Selbst ein einfältiger
Mensch kommt nicht auf den Gedanken, ein Fluß könne aufhören zu fließen. Damit
hat das Bild eigentlich eine irreale Grundlage. Das mag jedoch des Dichters
volle Absicht sein. Denn die Verwirklichung eines grundlegenden ethischen
Entschlusses ist unabhängig von äußeren Zeichen und Bedingungen. Die erhabene
Redeweise der letzten Zeile deutet darauf hin, daß Horaz in einem Flußlauf ein
Symbol der Ewigkeit (omne aevum) sieht. Im Fluß selbst spiegelt sich das Wesen
geistiger Erkenntnis wider: Sie ist ein Akt unabhängig von Raum und Zeit. Durch
die Verwirklichung eines geistigen Zieles nimmt der Mensch selbst teil an
diesem Fluß der Ewigkeit. Er soll also nicht wie der Tölpel auf den Fluß
verständnislos starren, sondern sich seine tiefere Bedeutung aneignen und sich
zunutze machen.
Obwohl das ganze Gedicht gematrischer Gestaltung
unterzogen ist, soll das Hauptaugenmerk auf SAPERE AUDE und Vers 40 liegt. Es
ist davon auszugehen, daß sich hier mathematische Sinnfügung und geometrische
Grundmodelle besonders verdichten. Die Einbeziehung der Faktorenwerte
(FW) ist unverzichtbar. Die Begriffe
Zahlenwert (ZW) und Zahlensumme (ZS) werden manchmal synonym verwendet.
Zur Ermittlung von gematrischen Werten steht ein Online-Programm zur Verfügung.
I. SAPERE AUDE
1.
Die beiden
Wörter haben folgende Werte:
|
|
ZS |
FS |
sm |
|
SAPERE |
61 |
44 |
105 |
|
AVDE |
30 |
19 |
49 |
|
|
91 |
63 |
154 |
|
154 = 14*11; 63:91 = 7*(9:13) |
|||
|
105:49
= 7*(7:15) |
|||
Die Zahl 61
ist zusammengesetzt aus den Konstitutiven 31+30. Das Ziel, Weisheit zu erlangen,
erfordert einen Willensakt, wie er sich in AVDE
ausdrückt. Den Einzelziffern von 61 entsprechen
6 hexagonale Kreislinienpunkte und der Mittelpunkt, der Ziffer 3
die Eckpunkte der Tetraktys:
|
|
2.
Die ZS 91 der beiden
Wörter ist die Summe der Zahlen 1-13 und gibt somit die 13 Punkte des
Tetraktyssterns wieder. Die Buchstabenzahlen 6+4, Konstitutive der Zahl 10, ist
auf die numerierte Tetraktys anwendbar. Denn wenn der Mittelpunkt den 3
Eckpunkten zugeordnet wird, ergeben 4:6 Punkte die Umkehrsummen 23:32.
Zahlenumkehrung ist das gematrische Thema des Horaz, um den Umschwung von einem
Leben materieller Verhaftetheit zu einem Leben in geistiger Selbstbestimmung zu
bezeichnen. Wem der Umschwung gelungen ist, nimmt Teil am ewigen Gesetz der
Kreisform:
|
|
Die 6+4 Punkte der Tetraktys geben das
Flächenverhältnis 1:3 des inneren
zum äußeren Kreis des Tetraktyssterns wieder.
3.
Auf das
Flächenverhältnis der beiden Kreise ist auch die FS
63 und die ZS 91 beziehbar: Die Zahl 63
ist die Summe der Zahlen 8-13 der 6 Erweiterungspunkte des Tetraktyssterns.
Externes und internes Verhältnis von FS zur ZS ergibt jeweils ein Verhältnis von 4:4 Flächeneinheiten:
|
|
FS |
ZS |
Fl.Verh. |
|
extern |
63 |
91 |
2:3 |
|
intern |
63 |
28 |
2:1 |
|
|
|
|
4:4 |
4.
Das
Buchstabenverhältnis 6:4 besteht auch zwischen Vokalen und Konsonanten:
|
|
ZS |
FS |
sm |
|
Vokale |
37 |
26 |
63 |
|
Konsonanten |
54 |
37 |
91 |
|
|
91 |
63 |
154 |
Die addierten ZS+FS von Vokalen und Konsonanten decken sich mit
der jeweils gesamten FS und ZS der beiden Wörter.
Die Buchstaben A
und V des Wortes AVDE
geben die beiden Tetraktys des Sechsecksterns wieder, seine ZS+FS 49 die Zahl der Elemente des Tetraktyssterns: 13
Punkte + 12 Flächen + 24 Linien.
1.
Vers 40 hat
folgende ZW und FW:
|
ZS |
dimidium79 facti38
qui45
coepit65
habet35 |
262 |
sapere61
aude30 |
91 |
353 |
|
FS |
dimidium49 facti34
qui23
coepit50
habet33 |
189 |
sapere44 aude19 |
63 |
252 |
|
|
|
451 |
|
154 |
605 |
Auffällig sind die Umkehrzahlen 451 und 154, denen die Umkehrfaktoren 41 und 14
entsprechen: 451:154 = 11*(41:14).
Der Umschwung, der zur Vollkommenheit eine Kreisumlaufs führt, ist hier komplementär zu verstehen, die Anordnung beider
Aussagen in der Art eines Hysteron Proteron, also das Frühere später und das
Spätere früher: Geistiger Entschluß und Ausführung der Tat gehören zusammen.
Das Verhältnis der beiden FS 198 und 63
ist 63*(3:1), ein Hinweis auf das
Flächenverhältnis der beiden konzentrischen Kreise des Tetraktyssterns. Die
Zahl 63 gibt die jeweils 21 Elemente der drei Doppelrauten
(DR) des Tetraktyssterns wieder.
Die beiden Umkehrfaktoren 14 und 41 sind
auf das Dezimalsystem beziehbar, insofern ihre Summe 55
die Summe der Zahlen 1-10 ist.
2.
Die Umkehrform
zweistelliger Zahlen bedeutet Rückkehr zum Anfang des Kreises. Voraussetzung
hierfür sind zwei Kreishälften, bewirkt durch eine Durchmesser(DM)-Linie, die aus 3
Punkten und 2 Radiallinien oder aus dem
Mittelpunkt und 2*2 Symmetrieelementen
besteht. Letzterer Sichtweise entsprechen die Einzelziffern 1 und 4 der
beiden Umkehrfaktoren. Wenn man die beiden Kreislinienpunkte mit 1 und 2
bezeichnet und die Palindromzahl 121 bildet,
erhält man die Quadratzahl von 11, die in
der Gesamt-ZS+FS
605 fünfmal enthalten ist:
|
|
Die Zahl 5
kann sich auf die Elemente des Durchmesseres oder auf die der ausgezogenen
Strecke des Kreisbogens beziehen.
3.
Auch die ZS 353 und FS 252
sind Palindromzahlen. Erstere weist auf den Doppelaspekt von 5 DM-Elementen und 3+3
Radialemente hin, da jeder Radius von zwei Punkten begrenzt ist:
|
|
Die Palindromzahl 252 ist in das Umkehrprodukt 12*21 aufteilbar und auf zwei Kreisbogenhälften
anwendbar, die mit 12 und 21 bezeichnet werden. Tatsächlich befinden sich
bei einer Rundumnumerierung der 7
Hexagonpunkte die Zahlen 2 und 5 an der Stelle von 1
und 2, sodaß man wie 121 auch 252 bilden kann:
|
|
Schließlich bestehen zwei Kreishälften aus 2+5+2 Elementen:
|
|
Wenn Horaz sagt, wer begonnen hat, hat bereits die
Hälfte der Tat geleistet, dann meint er in tieferem Sinn: Die Weisheit beginnt mit
der Teilung des Kreises, d.h. mit der Differenzierung des Ganzen in seine
unendliche Vielfalt.
4.
Fügt man die FW der 4 Einzelsummen zur Gesamtsumme 605 hinzu, ergibt sich wiederum eine
Palindromzahl, die Primzahl 787:
|
|
262 |
189 |
91 |
63 |
605 |
|
FW |
133 |
16 |
20 |
13 |
182 |
|
|
|
|
|
|
787 |
5.
Die FS 182 ist die ZS
von SATOR OPERA TENET – Der Schöpfer erhält seine Werke.
III. INCIPE – Abschluß und Vollendung
1.
Wenn die
Imperativform INCIPE zu SAPERE AUDE und zum ganzen Vers 40 gehört, ist anzunehmen,
daß sich dieses 8. Wort auch formal und gematrisch sinnvoll einfügt. Zunächst
fällt die Umkehrung der Buchstabenzahl 6 4 6
der drei Wörter auf. Auch eine gematrische Umkehrung ist erkennbar: Die ZS der 3 Wörter 91+54
= 145 ist eine Umkerhrform zu den ZS+FS 451 und 154.
2.
Eine besonders
enge Verbindung gehen die beiden Imperative AUDE
und INCIPE ein:
|
|
ZS |
FS |
sm |
|
AVDE |
30 |
19 |
49 |
|
INCIPE |
54 |
41 |
95 |
|
|
84 |
60 |
144 |
|
30:54 =
6*(5:9) |
|||
|
60:84 = 12*(5:7) |
|||
Die ZS+FS 144 ist die
Quadratzahl von 12. Das Verhältnis 5:7 ist
auf die Punktezahl der Doppelraute (DR) zu beziehen, wovon 5 der hexagonalen Ausgangsfigur und 2 der Erweiterung zum Tetraktysstern angehören:
|
|
Die Teilzahl 5
und die Gesamtzahl 7 repräsentieren die
beiden konzentrischen Kreise des Tetraktyssterns und deren Flächenverhältnis 1:3, das ein Grundmodell der göttlichen
Trinität darstellt. Dem Differenzverhältnis 5:2 zwischen FS und ZS entspricht das Flächenverhältnis 1:2 zwischen Hexagonkreis und äußerem
Kreisring. Mit den 4+3
Flächeneinheiten stimmen auch die 43
Buchstaben der 8 Wörter zusammen.
Wer ein Wagnis eingeht, begibt sich in eine
unsichere Lage: Es kann glücken oder mißglücken. Das Lebenswagnis, das Horaz
meint, ist jedoch unumgänglich, wenn der Mensch zu seiner Bestimmung finden
will. Die Folge dieses Wagnisses ist ein langer und mühsamer Weg, der dem
Menschen durch göttliches Gesetz auferlegt ist. Daher kann er sich auch des
göttlichen Schutzes gewiß sein.
3.
Die 7+1 Wörter haben folgende ZS
und FS:
|
|
ZS |
FS |
sm |
|
7 W. |
353 |
252 |
605 |
|
1 W. |
54 |
41 |
95 |
|
|
407 |
293 |
700 |
In der vollen Hunderterzahl 700 und im FW
7+(2+5)+(2+5) = 3*7 = 21 zeigt sich die Gültigkeit der gesamten Aussage.
SAPERE AUDE, dessen ZS+FS 154 durch 14 teilbar ermöglicht das Zahlenverhältnis 154:546 = 14*(11:39). Ein noch aussagekräftigeres Verhältnis
kommt durch die Addition der Werte von COEPIT
und INCIPE zustande:
|
|
ZS |
FS |
sm |
|
COEPIT |
65 |
50 |
115 |
|
INCIPE |
54 |
41 |
95 |
|
|
119 |
91 |
210 |
|
91:119 = 7*(13:17) |
|||
|
210:490 = 30*(7:17) |
|||
4.
Wie vollkommen
die gematrische Konstruktion der 8 Wörter
ist, zeigt sich wenn man zu ihren ZS und FS ihre FW
bildet:
|
|
ZS |
FW |
FS |
FW |
GS |
|
DIMIDIUM |
79 |
79 |
49 |
14 |
221 |
|
FACTI |
38 |
21 |
34 |
19 |
112 |
|
QUI |
45 |
11 |
23 |
23 |
102 |
|
COEPIT |
65 |
18 |
50 |
12 |
145 |
|
HABET |
35 |
12 |
33 |
14 |
94 |
|
SAPERE |
61 |
61 |
44 |
15 |
181 |
|
AUDE |
30 |
10 |
19 |
19 |
78 |
|
INCIPE |
54 |
11 |
41 |
41 |
147 |
|
|
407 |
223 |
293 |
157 |
1080 |
|
|
630 |
450 |
|
||
Die zu der FS
und der ZS jeweils hinzugefügten FW ergeben zusammen dasselbe Verhältnis 5:7, wie oben
bereits für SAPERE INCIPE ermittelt: 450:630 = 90*(5:7).
DIMIDIUM HABET – Die Hälfte hat
geleistet bildet zu den übrigen Wörtern das Zahlenverhältnis 315:765 = 45*(7:17).
Erstellt: September
2010