CARMEN 85
B. Chiastische Aspekte
1.
Die
chiastische Stellung der Verben ist eines der bekannten Merkmale des c.85:
|
ODI ET AMO quare id |
FACIAM |
fortasse REQUIRIS |
|
NESCIO sed |
FIERI |
SENTIO ET EXCRUCIOR |
Die tabellarische Anordnung läßt sich auf mehrfache
Weise gruppieren:
Erstens,
geht man von einer gleichen Zahl von jeweils vier Verben aus, bildet die
Wortfolge FACIAM bis FIERI den Mittelteil der beiden äußeren Teile von ODI bis EXCRUCIOR. Das Buchstabenverhältnis der äußeren zur inneren
Wortgruppe ist 32:36 = 4*(8:9). Die ZS+FS der beiden Gruppen sind:
|
|
ZS |
FS |
sm |
FW |
|
außen |
361 |
273 |
634 |
319 |
|
innen |
376 |
271 |
647 |
647 |
|
|
737 |
544 |
1281 |
966 |
Auffällig sind die angrenzenden Summen 273 und 271 als
Konstitutivzahlen ihrer Summe. Die beiden Summen 634
und 647 lassen sich auf die Rahmenelemente
von zwei Tetraktys beziehen: 6*(3+4) und 6*(4:7). Das FS:ZS-Verhältnis 966:1281
ist 3*7*(46:61) = 21*107.
Zweitens, die Wörter FACIAM
und FIERI bilden thematisch und gematrisch die Mittelachse, die
der linken und der rechten Seite gerecht werden: Ihre ZS
78 verbindet das Eingangsthema ODI ET AMO
und das Wort SENTIO mit jeweils derselben ZS. Die Zahl 78 = 3*26 ist besonders auf drei Oktaeder zu je 26 Elementen zu beziehen. Die ZS+FS 140 ist durch 7
teilbar wie die Gesamtsumme 1281. Ihre ZS+FS sind:
|
|
ZS |
FS |
sm |
|
FACIAM |
32 |
23 |
55 |
|
FIERI |
46 |
39 |
85 |
|
|
78 |
62 |
140 |
|
55:85 = 5*(11:17) |
|||
Die drei Wortgruppen bilden ein bedeutendes FS:ZS-Verhältnis:
|
|
ZS |
FS |
sm |
|
ODI ET AMO |
78 |
60 |
138 |
|
FACIAM FIERI |
78 |
62 |
140 |
|
SENTIO |
78 |
60 |
138 |
|
|
234 |
182 |
416 |
|
182:234 = 26*(7:9) |
|||
Der gemeinsame Teiler 26
weist wiederum auf die Zahl der Oktaederelemente hin. Die FS 182 ist gleich der ZS
einer SQ-Hälfte. Der Differenzbetrag 52 greift
zur zweiten Hälfte hinüber:
ROTAS
OPERA
TENET
AREPO
SATOR
Die beiden Wörter können bei weiteren Gruppierungen
entweder einbezogen werden oder unberücksichtigt bleiben:
Die vier Wortgruppen haben folgende ZS+FS:
|
ODI
ET AMO QUARE ID |
150 |
110 |
260 |
FORTASSE REQUIRIS |
209 |
148 |
357 |
|
NESCIO SED |
89 |
61 |
150 |
SENTIO ET EXCRUCIOR |
211 |
163 |
374 |
|
|
239 |
171 |
410 |
|
420 |
311 |
731 |
Die Wörter FACIAM und FIERI bestätigen durch ihren Umkehrwert 140 die stets wechselnden Gefühle des ODI et AMO.
Durch ihre Einbeziehung zur linken Seite ergibt sich das Verhältnis (260+55):(150:85) ist 5*(63:47). Die Komplementarität der
Einzelziffern zur Summe 10 gibt der Zahl 63 (Elemente der drei DR)
dieselbe Bedeutung wie 47.
Erste Zeile: Die Zuordnung von FACIAM zur linken Seite ergibt das Verhältnis von 21:16 Buchstaben und das
Zahlenverhältnis 315:357 = 21*(15:17).
Beide Zeilen: Die Summen der linken und der rechten
Seite bilden jeweils Zahlenverhältnisse: 260:150 =
10*(26:15) = 10*41,
357:374 = 17*(21:22) = 17*43.
Die Faktoren der Summe 410+731
= 1141 sind 7*163. Die Einzelziffern geben die
Aufteilung der 10 Tetraktyspunkte wieder. In
der FS 163 von SENTIO ET
EXCRUCIOR ist somit die Aussage des
ganzen Gedichts zusammengefaßt. Die Primzahl 211
ist auf das Flächenverhältnis 3:1 der
beiden konzentrischen Kreise des Tetraktyssterns zu beziehen:
|
|
2.
Syntaktisch
sind die Verben in 4:4 aufgeteilt. Von zwei Hauptverben sind zwei Verbalformen
abhängig, in der ersten Zeile FACIAM, in der
zweiten FIERI:
|
ODI et AMO |
quare id FACIAM |
fortasse REQUIRIS |
|
NESCIO sed |
FIERI SENTIO |
et EXCRUCIOR |
Das Verhältnis der Wörter und Buchstaben ist 7:7 und 40:28 = 4*(10:7); die Bindewörter sed und et gehören
zur übergeordneten Konstruktion.
Bedeutendere Zahlenverhältnisse gibt es nur bei den
FS:
|
FORTASSE72REQVIRIS76 SENTIO60 |
208 |
ODI19 et24 AMO17 |
60 |
|
QVARE40 ID10 FACIAM23, FIERI39 |
112 |
NESCIO44 sed17 et24 EXCRVCIOR79 |
164 |
|
208:112 = 16*(13:7) |
320 |
320:224 = 32*(10:7) |
224 |
Das Buchstabenverhältnis und ZS-Verhältnis sind gleich.
3.
Die chiastische
Stellung der Wörter ist – ohne syntaktische Rücksicht – folgendermaßen
gematrisch gestaltet:
|
|
a)
In
vorstehender Grafik sind die Wörter FACIAM
und FIERI, die zusammen die vertikale
Mittelachse bilden, jeweils einer äußeren Diagonale zugeteilt. Zwei weitere
Binnendiagonalen verbinden sechs Wörter miteinander, wobei sie jeweils
derjenigen Hauptdiagonale zugewiesen sind, die sie kreuzen (orange mit rot, hellblau
mit dunkelblau). SENTIO ET ist von EXCRUCIOR abgeteilt, um QUARE
ID zu entsprechen.
Die Aufteilung der 14
Wörter in drei und zwei Achsen ist aus den – im folgenden zu ermittelnden – ZS+FS erschlossen.
Erst nach diesen Zuordnungen zeigt sich, daß jede der beiden Achsenkreuze aus
jeweils 7 Wörtern und 34 Buchstaben besteht.
b)
Ein Chiasmus
besteht aus mindestens zwei Außengliedern und zwei Innengliedern nach dem
Muster abba. Diese Stilfigur ist nach dem
griechischen Buchstaben CHI benannt, der
dieselbe Gestalt wie das lateinische X hat.
Die X-förmige Anordnung der 4 Glieder zeigt
sich anschaulich – wie in Catulls Distichon – erst in zwei Zeilen: als Anfang
der ersten und Ende der zweiten Zeile sowie Ende der ersten und Anfang der
zweiten Zeile.
In einem Quadrat oder Rechteck ist chiastische
Stellung gleichbedeutend mit zwei Diagonalen. Catull wollte offensichtlich eine
dreiachsige und zweiachsige Figur miteinander verbinden. Aus drei Achsen
besteht das Hexagon:
|
|
Als Modell für drei Textachsen eignen sich die 6 gleichseitigen Dreiecke, die kreisförmig
numeriert sind. Die Außenglieder werden durch die linke, die Binnenglieder durch
die rechte stehende Rautenfigur repräsentiert. Die mittlere sanduhrförmige
Figur verbindet die linke mit der rechten Raute. Das obere Mitteldreieck
verbindet sich mit der linken, das untere mit der rechten Raute.
Die jeweils drei zusammengehörigen Dreiecke lassen
sich als dreistellige Zahlen 126 und 345 darstellen.
Fügt man den Zahlen ihre FW hinzu, ist jede
Summe durch 47 teilbar:
|
Z |
FW |
sm |
|
|
126 |
15 |
141 |
3*47 |
|
345 |
31 |
376 |
8*47 |
Die Diagonalen eines Basisquadrats entstehen, wenn
man den Winkel eines Achsenkreuzes gegen den anderen verschiebt, bis die
Endpunkte deckungsgleich sind:
|
|
Die vier Glieder des Chiasmus sind umlaufend den Kreisbogenpunkten
zugeordnet. Um die linke gegenläufige Diagonale des Quadrats zu erhalten, ist
eine zweite Zuordnung der Wörter erforderlich: sie beginnt (quare) um einen Punkt nach rechts im
Uhrzeigersinn.
Die Außen- und Innenglieder können, wie im Hexagon,
als Dreiecke mit den Zahlen 14 und 23 dargestellt werden.
c)
Die ZS der äußeren Diagonalen (mit integrierter
Mittelachse 23+19
Bu.) sind gleich:
ODI27 ET24 AMO27 FACIAM32 EXCRUCIOR109 [219]
NESCIO62 FIERI46 REQUIRIS111 [219]
Die Einzelziffern der Faktoren 3*73 geben die Verteilung der 13 Punkte des Tetraktyssterns wieder. Die oben
bereits eingeführte Numerierung der DR-Rahmenelemente ergibt, zusammen mit den 2*3 Füllelementen, die Summe 73:
|
|
Die Zahl 438 = 6*73 zeigt in ihren
Einzelziffern, stellvertretend für das Ganze, 4+3
Punkte und 8 Rahmenlinien der Doppelraute.
Aus 6 DR kommen drei Oktaeder zustande.
d)
Die zweimalige
ZS 219 kommt zustande, wenn man das SQ in 4 Quadrate aufteilt:
|
|
Jede Hälfte besteht aus zwei Quadraten, deren
gemeinsame Mitte (19+5+13) doppelt zu zählen ist.
Vertikal und horizontal gesehen hat jede Hälfte die ZS
219. Erstaunlicherweise sind ZS und FS jeweils durch 11
teilbar, wenn man sie chiastisch stellt:
|
ZS |
FS |
sm |
Fkt. |
|
98 |
100 |
198 |
18*11 |
|
121 |
88 |
209 |
19*11 |
|
|
|
407 |
37*11 |
Auch die 4Werte
der linken ZS+FS
ergeben 219:
|
ZS |
FS |
sm |
FW1 |
FW2 |
sm |
GS |
|
98 |
88 |
186 |
16 |
17 |
33 |
219 |
Die doppelte Summe 438
ist weiterhin die ZS+FS
des Rahmens und des horizontal-vertikalen Achsenkreuzes des SQ:
|
|
Ausgespart sind die 4 Eckbuchstaben des inneren
Quadrats. Die 4Werte liefern folgende Ergebnisse:
|
ZS |
FS |
sm |
FW1 |
FW2 |
sm |
GS |
|
239 |
199 |
438 |
239 |
199 |
438 |
876 |
|
64 |
50 |
114 |
12 |
12 |
24 |
138 |
|
|
|
552 |
|
|
462 |
1014 |
|
1014 = 6*13*13 |
||||||
Die Summe 138 weist auf die ZS+FS von ODI ET AMO
und SENTIO hin, das Produkt 6*13 = 78
auf deren ZS.
e)
Die Aufteilung
der Zahl 219 in 21+19+29
ergibt 69, den ZW von SATOR.
Teilt man den ZW 21 auf in V+A, den Anfangs- und Endbuchstaben von VESTA, ergibt sich zusammen mit 19 VAT-, der
Wortstamm von VATES – Seher, Dichter, eine Buchstabenumstellung von VESTA. Durch eine andere Umstellung erhält man die
religiöse Aussage ES TAU – Du bist das TAU.
Versteht man, wie oben dargelegt, die Zahl 29 als Zusammensetzung von 5+4 + 4*5 und der
entsprechenden Buchstaben I+V, kann man das
Wort IUVAT – Er hilft bilden. Es läßt sich also folgender
Zusammenhang herstellen: Wenn es dem Dichter (VATES) bestimmt ist zu leiden,
ist ihm göttliche Hilfe nicht fern.
f)
Auch die FS der Hauptdiagonalen sind durch 3 teilbar und bilden ein angrenzendes Verhältnis:
ODI19 ET24 AMO17 FACIAM23 EXCRUCIOR79 [162]
NESCIO44 FIERI39 REQUIRIS76 [159]
Das ZS+FS–Verhältnis beträgt 381:378
= 3*(127:126) = 759 = 3*253 = 3*11*23 = 11*69
= FW 37.
g)
Die ZS und FS der 26 Binnenbuchstaben sind 299+223 = 522
= 18*29 = FW 37. Zweimal 37
bedeutet Spiegelbildlichkeit zweier Tetraktys, die jeweils aus 37 Elementen bestehen, womit Catull das
zweiachsige und dreiachsige Achsenkreuz als komplementär und gleichwertig
erweisen möchte.
Aus den beiden Primzahlen 23 und 29 , den beiden Hauptfaktoren der FW 37, ist das Wort OPERA
im SQ zusammengesetzt.
|
|
O |
P |
|
E |
R |
A |
|
|
ZW |
14 |
15 |
29 |
5 |
17 |
1 |
23 |
|
FW |
9 |
8 |
17 |
5 |
17 |
1 |
23 |
|
|
23 |
23 |
46 |
|
|
|
46 |
Die ZS+FS beider Teile sind jeweils 46. Der innere Quadratrahmen
des SQ wird durch PER/REP
mit der ZS 37
umlaufen. Der ZW von VIR – Mann und FEMINA – Frau
ist jeweils 46. Beide sind eine Schöpfung
für einander.
h)
Die Werte der
beiden Binnenachsen sind:
|
Bu. |
|
ZS |
FS |
|
ZS |
FS |
sm |
sm |
GS |
|
15 |
QUARE ID |
72 |
50 |
SENTIO ET |
102 |
84 |
174 |
134 |
308 |
|
11 |
SED |
27 |
17 |
FORTASSE |
98 |
72 |
125 |
89 |
214 |
|
|
|
99 |
67 |
|
200 |
156 |
299 |
223 |
522 |
Durch Zuordnung der inneren zu den äußeren Achsen
ergibt sich:
378:308 = 14*(27:22) = 686 = 2*7³ = FW 23
381+214 = 595 = 5*7*17 = FW 29.
Gemeinsamer Teiler ist jeweils 7. Die FW
sind die Primzahlen 23
und 29, aus denen OPERA zusammengesetzt ist (s.o.). Die Wiederholung
dieser beiden Zahlen läßt an die doppelte Bedeutung von OPERA denken: Werke und mit Sorgfalt. Catull könnte Gottes Sorge für
seine menschlichen Geschöpfe andeuten. Andererseits ist die Doppelung des
Wortes OPERA, das im SQ einmal von rückwärts als AREPO
zu lesen ist, ein weiteres Beispiel für die Spiegelbildlichkeit von Mann und
Frau.
i)
Die ZS und FS der
beiden Achsenkreuze haben folgende FW:
|
außen |
ZS |
FS |
sm |
FW1 |
FW2 |
sm |
GS |
|
o.r.–l.u. |
219 |
162 |
381 |
76 |
14 |
90 |
471 |
|
u.l.–r.o. |
219 |
159 |
378 |
76 |
56 |
132 |
510 |
|
|
|
|
759 |
|
|
222 |
981 |
|
innen |
ZS |
FS |
sm |
FW1 |
FW2 |
sm |
GS |
|
o.r.–l.u. |
174 |
134 |
308 |
34 |
69 |
103 |
411 |
|
u.l.–r.o. |
125 |
89 |
214 |
15 |
89 |
104 |
318 |
|
|
|
|
522 |
|
|
207 |
729 |
Das Verhältnis der beiden Gesamtsummen ist 981:729 = 9*(109:81)
= 9*10*(9+10)
= 1710. Man erkennt
daraus das Zusammenwirken der Zahlen 9 und 10 für das Dezimalsystem. 109
ist die ZS des Schlüsselbegriffs EXCRUCIOR.
Ein Zahlenverhältnis der Gesamtsummen bilden auch
die parallelen Achsen:
|
o.r.–l.u. |
471 |
411 |
882 |
|
u.l.–r.o. |
510 |
318 |
828 |
|
18*(49:46) |
|||
4.
Die
kreisförmige Wiederholung des Gefühlskonflikts wird wie im SQ durch vier O
geleistet, durch das Palindrom ORO, das Ende und
Anfang verbindet, sowie die Rückkehr des O
zum Anfang in ODI ET
AMO. Die 8+9
Buchstaben von ODI
ET AMO und EXCRUCIOR
lassen sich in schleifenförmiger Umfahrung auf die Linien und Punkte des
Doppelrautenrahmens eintragen:
|
|
a)
Die ZS+FS der beiden
Ausdrücke sind:
|
|
ZS |
FS |
GS |
|
ODI ET AMO |
78 |
60 |
138 |
|
EXCRUCIOR |
109 |
79 |
188 |
|
|
187 |
139 |
326 |
|
188 =
4*47 |
|||
Die ZS+FS der vertikalen und der horizontalen Buchstaben
ist jeweils gleich:
|
|
|
ZS |
FS |
GS |
|
vert. |
RE-IC-V |
54 |
40 |
94 |
|
hor. |
OX-RC |
55 |
39 |
94 |
b)
Die ZS 78
= 3*26 wiederholt sich in der ZS+FS 326. Die Zahl bedeutet die Weiterentwicklung
der drei DR des Tetraktyssterns zu 3 Oktaeder zu je 26
Elementen.
Erstaunlicherweise hat auch die Kreuzesinschrift
die ZS 326. Ebenso erstaunlich erscheint, daß
die beiden Buchstaben IC des Mittelpunktes
der DR die Initialen von IESUS CHRISTUS sind.
c)
Die FS und Primzahl 139 gibt in ihren Einzelziffern die Verteilung der 13 Punkte des Tetraktyssterns und in der
Aufteilung 13+9 die Elemente eines
dreiachsigen und zweiachsigen Achsenkreuzes wieder (s.o.):
|
|
Daß Catull diesen Zusammenhang im Blick hatte, läßt
sich daraus schließen, daß auch die Initialen der 14
Wörter die ZS 139 haben:
|
|
ZS |
FS |
GS |
|
O E A Q I F F R |
74 |
56 |
|
|
N S F S E E |
65 |
44 |
|
|
|
139 |
100 |
239 |
Die FS 56 und 44 weisen auf zwei Numerierungen der 7 DR-Punkte
hin, die durch schleifenförmige Umfahrung und Überschritt zum
gegenüberliegenden Punkt die zweimalige Numerierungssumme 28 = 56 der
Zahlen 1-7 um 44
übersteigt:
|
|
Die Doppelraute entsteht aus der Erweiterung des dreiachsigen Hexagons, der Oktaeder durch ein zweiachsiges Achsenkreuz zweier Doppelrauten.
Die Summe ZS+FS 239,
ebenfalls eine Primzahl, ist auf 5
hexagonale Durchmesserelemente und auf 9
DM-Elemente des Tetraktyssterns beziehbar.
Die Initialen gruppieren sich in solche, die nur
einmal und solche, die mehr als einmal vertreten sind:
|
|
ZS |
|
ZS |
|
E E E, F F F |
33 |
OAQ |
31 |
|
SS |
36 |
IRN |
39 |
|
|
69 |
|
70 |
|
33:36 =
3*(11:12) |
|
|
|
Die angrenzenden ZS 69+70
sind konstitutiv für ihre Summe 139. Die ZS 69 weist auf den ZW
von SATOR und auf die doppelte Zählung von numerierten
DM- und Radialelementen der drei Hexagonachsen hin:
|
|
5.
Catull hat,
indem er FACIAM und FIERI
je einer äußeren Diagonale zugeteilt hat (s.o.), zweimal die gleiche ZS 219 gestaltet. Als
Modell dienten ihm zwei gegenüberstehende Rautendreiecke des Hexagons, die
durch ein sanduhrförmiges Doppeldreieck verbunden sind:
|
|
Zu den 11
Rautenelementen kommen einerseits 4
neue Elemente hinzu (da 3 Elemente gemeinsam sind), andererseits, wenn man die
Eigenständigkeit der Mittelfigur berücksichtigt, wendet sich ein Mitteldreieck
mit seinen 7 Elementen
nach links, das andere nach rechts. Man erhält so den Doppelaspekt von 11+4 und 11+7 =
15+18 = 33 Elementen je
Rautenfigur. Catull hat die Zahl 18, aus der
die 9 Punkte und 9
Linien je eines Tetraktysrahmens besteht, die aber auch für die Doppelraute
relevant ist, auf folgende Weise zum Thema des Gleichheitspinzips gemacht:
a)
Die
Wortverbindung ODI ET AMO
und das Wort SENTIO
haben dieselbe ZS 78
und FS 60. Die
Differenz der FS zur ZS beträgt also jeweils 18. Die 7 von 14
Buchstaben, deren FW nicht identisch mit dem
ZW sind, haben folgende Werte:
|
|
ZS |
FS |
sm |
|
OIMO |
49 |
31 |
80 |
|
SIO |
41 |
23 |
64 |
|
|
90 |
54 |
144 |
Das FS:ZS-Verhältnis ist 54:90 = 18*(3:5), das ZS+FS-Verhältnis der
beiden Buchstabengruppen 80:64 = 16*(5:4).
Die ZS+FS der vier Wörter beträgt 276 = 4*69 und
entspricht der ZS der vier Quadratseiten des
SQ, aber ebenso auf die 4 inneren
Rautenquadrate, wie noch darzulegen sein wird.
b)
Aus den 4 und 3 Buchstaben lassen sich durch Umstellung die
griechischen Wortstämme (H)OMOI und ISO bilden. Beide bedeuten gleich. In religiöser Hinsicht geht es also um die Gleichheit
zweier göttlicher Personen, so wie sie sich durch die beiden stehenden
Rautenfiguren des Hexagon abbildhaft darstellen. Beide
sind miteinander verbunden durch eine gemeinsame Mitte, die als dritte
göttliche Person anzusehen ist.
Hinsichtlich der dritten
Person gibt es nach Catulls Darstellung also zwei Aspekte, die sich aus
den Prinzipien 2
und 3
ergeben: Sie ist einerseits wesensgleich mit der ersten
und zweiten Person, wie die folgende
Gruppierung der hexagonalen Dreiecke zeigt:
|
|
Andererseits geht die dritte Person in der ersten
und zweiten Person auf, da die gemeinsame Mitte etwa zweier Kreishälften (s.u.)
als konstitutiv für ihre Gleichheit gesehen werden kann. Darauf ist gleich noch
einmal einzugehen.
c)
Zu den bisher
vier Wörtern sind noch FACIAM, FIERI und NESCIO hinzuzunehmen. Denn die ZS der ersten beiden Wörter ist wiederum 78 und NESCIO hat dieselben "Differenzbuchstaben"
wie SENTIO. Beachtenswert ist die
Umkehrstellung von NESCIO SENTIO. Die Werte der 6+3
Buchstaben sind:
|
|
ZS |
FS |
sm |
|
ZS |
FS |
sm |
|
OIMO |
49 |
31 |
80 |
FIMFII |
51 |
35 |
86 |
|
SIO |
41 |
23 |
64 |
SIO |
41 |
23 |
64 |
|
|
90 |
54 |
144 |
|
92 |
58 |
150 |
|
144:150
= 6*(24:25) |
|||||||
Das FS:ZS-Verhältnis ist 112:182 = 14*(8:13). Dasselbe Verhältnis haben auch die Namen IESUS CHRISTUS. Die Summen decken sich mit NESCIO und EXCRUCIOR,
die Anfang und Ende der zweiten Zeile bilden:
|
|
ZS |
FS |
sm |
|
ZS |
FS |
sm |
|
IESUS |
70 |
36 |
106 |
NESCIO |
62 |
44 |
106 |
|
CHRISTUS |
112 |
76 |
188 |
EXCRUCIOR |
109 |
79 |
188 |
|
|
182 |
112 |
294 |
|
171 |
123 |
294 |
Das ZS+FS-Verhältnis der
nun 16:15 Buchstaben ist 294:228 =
6*(49:38).
d)
Die sieben
Wörter haben folgende ZS+FS:
|
Bu. |
|
ZS |
FS |
GS |
|
14 |
ODI ET AMO SENTIO |
156 |
120 |
276 |
|
11 |
FACIAM FIERI |
78 |
62 |
140 |
|
6 |
NESCIO |
62 |
44 |
106 |
|
31 |
|
296 |
226 |
522 |
Die ZS 296 = 8*37 weist auf die 4 Achsenkreuze
des Rautenquadrats des SQ hin, das in Teil C
behandelt wird. Die drei Buchstaben jeder Achse PER/REP
und NET haben jeweils die ZS 37.
Diese ZS+FS 522 ist identisch mit der oben bereits ermittelten ZS+FS des inneren Achsenkreuzes
des Distichons, zu denen auch SENTIO gehört.
Es handelt sich weiterhin um die dritte Buchstabenaufteilung 31:37. Die Einzelziffern der Summe 522 zeigen die Aufteilung der Elemente nach der
Teilung des Kreises:
|
|
Die Zahl 2
bezeichnet die spiegelbildliche Gleichheit der beiden Kreishälften, die Zahl 5 die gemeinsame Mitte.
Der ganze Kreis besteht also aus 9, eine Kreishälfte aus 7
Elementen. Man erhält so die Zahlen 9+14 = 23. Die Buchstabenentsprechungen sind IO, die
Catull in den Wörtern NES|C|IO
und SEN|T|IO
höchst kunstvoll eingesetzt hat. Denn die Buchstaben NES und SEN
sind zwei gleiche spiegelbildlich gedrehte Buchstabenfolgen. Auch die ZS 140 und FS 104
bestehen aus denselben Zahlen und ergeben Teilbarkeit durch 61, da SENTIO dieselben
Werte wie ODI ET AMO hat.
Die idealen Prinzipien der Hälften und des Ganzen
bedeuten, auf die menschliche Existenz übertragen: Der Mensch ist zwar ein
eigenständiges Individuum, ist aber dazu bestimmt, die Identität seines Lebens
nur in Gemeinschaft mit anderen Menschen zu finden. Insbesondere sind Mann und
Frau als zwei Hälften zu verstehen. Catull wollte Clodia zu einem vollkommenen
Modell einer Liebesgemeinschaft machen, verlor jedoch letztlich deren
Mitwirkung. Die einstmals erfahrene Einheit ist zerbrochen, aber einmal
stattgefunden ist sie nicht mehr aufhebbar. Das Leid, das aus dem Konflikt
unzerstörbarer und doch zerstörter Einheit erwächst, stellt er in diesen zwei
Zeilen dar.
6.
Die
entscheidende Anregung für das Konstruktionselement von Differenzbeträgen hat
Catull durch die Wörter ODI und AMO gewonnen, deren ZW
jeweils 27 ist. Denn eben 27 beträgt die Differenz zwischen der FS 155 und der ZS 182
einer Hälfte des SQ. Die Differenzbuchstaben
sind SOPO: 10+5+7+5
= 27. Auf diese Weise wird ODI und AMO in
die Spiegelbildlichkeit des SQ integriert
und in ihrer gesetzmäßigen Wechselwirkung verankert. Das verbindende Wort ET gehört zur Mittelachse TENET.
7.
Als Fazit der
bisherigen Erkenntnisse ist noch einmal auf die Zahlen 37 und 31
einzugehen. Die Zahl 37 ist nun zum zweiten
Mal als FW der ZS+FS 522 und 759 in Erscheinung getreten. Die gemeinsame Mitte
der beiden spiegelbildlichen Tetraktys ist das gesamte Hexagon, nicht nur die
Kreisachse als Mitte zweier Kreishälften. Wenn man die Zahlen 1234, die Catull in c.
85 zu einem zentralen Thema macht, in 12 und 34
aufteilt, kann man die Zahlen 1
und 2 als erste und
zweite Person verstehen, sie jedoch zu 3
addieren. Als zweistellige Zahl ist 12
andererseits in die Faktoren 3*4
aufteilbar. Auf diese Weise ist die dritte Person sowohl in den ersten beiden
Zahlen integriert, andererseits durch die Zahlen 3
und 4 eine eigenständige Größe. Die Zahl 37 vereinigt also die die erste
und zweite Person in der Zahl 3
und die dritte Person in der Zahl 7.
Die Tetraktysebenen 1-4 zeigen sich so
verwandelt in die Gesamtzahl von 37 Elementen,
wobei der dritten Person die 7 Punkte des
Hexagon als gemeinsame Mitte zweier
Tetraktys zukommt und die erste und zweite Person in jeder Tetraktys durch 1+2 Punkte spiegelbildlich vereint sind:
|
|
Die Primzahlen 31
und 37 wurde bereits oben
aus den 7 Elementen einer Tetraktysseite erklärt. Es gibt eine weitere eher
formale Erklärung. Das Flächenverhältnis
der beiden konzentrischen Kreise beträgt, wie oben bereits gezeigt, 1:(1+2).
Überträgt man diese Zahlen auf 3 und 4, ist das Ergebnis 3:(3+4) = 3:7 und als
zweistellige Zahl 37. Die analoge Parallele
zu 37 ist zunächst 13,
die Zahl 31 und 37
stehen daher in einem chiastischem Verhältnis
zueinander, was einem Grundthema des Gedichts entspricht.
Wenn Catull dreimal die Buchstabenaufteilung 31:37 gewählt hat, sollte man die
addierten Werte genauer betrachten:
|
Bu. 31 |
ZS |
FS |
sm |
Bu. 37 |
ZS |
FS |
sm |
|
2. Zeile |
346 |
263 |
609 |
1. Zeile |
391 |
281 |
672 |
|
4 Eckpunkte |
360 |
259 |
619 |
übrige |
377 |
285 |
662 |
|
Wö. 78,-18 |
296 |
226 |
522 |
übrige |
441 |
318 |
759 |
|
|
1002 |
748 |
1750 |
|
1209 |
884 |
2093 |
Das Verhältnis der FS
748:884 ist 68*(11:13). Die
beiden Gesamtsummen 1750 und 2093 sind durch 7
teilbar, die ZS durch 3.
Das FS:ZS-Verhältnis
der rechten Summen 884:1209 beträgt 13*(68:93). Der Differenzbetrag 13*25 entspricht der Summe der Zahlen von 1-25.
Tauscht man einmal die Werte der linken und rechten
Seite, ist das Buchstabenverhältnis 99:105 =
3*(33:35):
|
Bu. 31 |
ZS |
FS |
sm |
Bu. 37 |
ZS |
FS |
sm |
|
2. Zeile |
346 |
263 |
609 |
1. Zeile |
391 |
281 |
672 |
|
4 Eckpunkte |
360 |
259 |
619 |
übrige |
377 |
285 |
662 |
|
Wö. 78,-18 |
441 |
318 |
759 |
übrige |
296 |
226 |
522 |
|
|
11472 |
840 |
1987 |
|
1064 |
792 |
1856 |
Das FS-Verhältnis
ist diesmal umgekehrt: 840:792 = 24*(35:33).
Die Zahlen 35 und 33
entsprechen den Summen der Elemente des AK5
mit 3 und 1
Mittelpunkt (s.o.). Die ZS 1147 hat als
Faktoren die originale Buchstabenaufteilung 31*37.
8.
Zuletzt sind
noch die 4Werte des Gesamtergebnisses zu
betrachten:
|
ZS |
FS |
sm |
FW1 |
FW2 |
sm |
GS |
|
737 |
544 |
1281 |
78 |
27 |
105 |
1386 |
|
1281:105 =
21*(61:5) = 21*66 |
||||||
Der FW 78 = 3*26 wiederholt die schon bekannten ZS von ODI ET AMO,
von SENTIO und FACIAM
FIERI. Er bedeutet 3 Oktaeder, die
aus 6 Doppelrauten zu je 21 Elementen zusammengesetzt sind. Genau dies
besagt auch das Produkt 21*66 = 6*231 = 11*6*21. Die Zahlen 231, 21 und
66 sind Summen der Zahlen von 1-21, 1-6 und 1-11.
Die FW des
Produkts 11*126 sind 11 und 15. Es ist denkbar,
daß Catull hier einen weiteren Aspekt der Zeiachsigkeit und Dreiachsigkeit im
Auge gehabt hat:
|
|
Aus 11 und 15 Elementen besteht eine Hälfte des
Rautenquadrats und des Hexagon. Die Summe von 26
Elementen repräsentiert wiederum einen Oktaeder, der durch die zweite Hälfte verdoppelt
wird. Die beiden Zahlen sind darin verwandt, daß 11
den Differenzbetrag des FW 15 der Zahl 26 zu dieser selbst darstellt. Die Summe 26+15 = 41 gibt die Elemente des DR-Kreuzes
wieder, das zu einem Oktaeder führt. Die Zahlen 17
und 25 sind Numerierungssummen einer Tetraktysseite. Das Additionsergebnis 42 kann als 6*7
Rahmenelemente von zwei Tetraktys verstanden werden. Auf diese Weise ist die
dritte Person wiederum ohne eigene sichtbare Präsenz in der ersten und zweiten
Person integriert, einmal in zwei Oktaedern, einmal in zwei Tetraktys. Die
Summe 39 als 22+17 läßt sich mit der FS
von FIERI in Verbindung bringen, 55
mit der ZS+FS
von FACIAM.
9.
Auf eine Art
der ZW/FW-Verrechnung soll noch eingegangen
werden: Sie besteht darin, daß zu einer Zahl deren FW
hinzugezählt wird:
|
|
ZS |
FW |
sm |
Fkt |
FW |
sm |
Fkt |
|
|
737 |
78 |
815 |
5*163 |
168 |
|
|
|
|
544 |
27 |
571 |
|
571 |
|
|
|
sm |
|
|
1386 |
|
739 |
2125 |
85*25 |
|
FW |
|
|
26 |
|
739 |
765 |
85*9 |
|
sm |
|
|
|
|
|
2890 |
17²*10 |
|
FW |
|
|
|
|
|
41 |
|
Der gemeinsame Teiler 85 = 17*5 deckt
sich mit der Nummer des Gedichts. Die Faktoren 9
und 25 weisen auf die Punktezahl des inneren
und ganzen SQ hin. Den Faktoren 17 und 5
entspricht die Silbe RE (s.o.), die sich
sowohl im SQ findet als auch dem
Seelenzustand Catulls entspricht. Die Zahl 2890
bezeichnet durch die Quadatzahl von 17 zwei
Oktaederhälften und durch den FW 41 die Zahl
der Elemente eines DR-Kreuzes.
Erstellt: März 2010