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153 Fische im Johannesevangelium 21,11

A. Einführung

I. Die biblische Situation

II. Bisherige Deutungen

B. Trinitarische Grundlagen der Zahl 153

I.       a) Doppelkreis des Tetraktyssterns
b) 153 in Zusammensetzung

II.    Die Figuren des Tetraktyssterns

III.  Selbständige und vereinte Dreiecke

IV.   Die Fischfigur und das Dezimalsystem

V.      Die Bedeutung der Zahlen 8 und 9

VI.   Deutung der Fische

C. 153 und lateinisch PISCIS

A. Einführung

I. Die biblische Situation

1.     Über die Zahl der 153 Fische, die Johannes im Schlußabschnitt seines Evangeliums erwähnt, gibt es seit den ersten Jahrhunderten Überlegungen und Lösungsvorschläge. Was hat den Evangelisten bewogen, diese exakte Zahl zu überliefern?

2.     Daß die Fische eines Fanges gezählt wurden, dürfte gängige Praxis gewesen sein, da von ihrer Zahl die Einnahmen abhingen, außerdem der Fang steuerpflichtig war und wohl auch aufgeteilt wurde. Das Wunder, das Jesus gewirkt hatte, gab der Zählung ein zusätzliches Gewicht. Es handelt sich um ein dreifaches Wunder: Erstens, im Netz befinden sich ungewöhnlich viele Fische, zweitens, es sind große Fische und drittens, das Netz zerreißt nicht. Jeden Fachkundigen wird die Angabe der genauen Zahl beeindrucken und womöglich von dem außergewöhnlichen Ereignis überzeugen.

Obwohl es also einige plausible Gründe gibt, weshalb Johannes die Anzahl der Fische überliefert, können wir annehmen, daß er und andere mit der Zahl 153 eine besondere Bedeutung verband, aber welche, können wir nicht zuverlässig wissen. Auch in der Apokalypse, deren Autorschaft dem Evangelisten und Apostel Johannes zugesprochen wird, spielt Zahlensymbolik eine bedeutsame Rolle.

II. Bisherige Deutungen

1.      Der Kirchenvater Hieronymus (347-420) erwähnt in seinem Kommentar zu Ezechiel 47,10-11, daß es nach Auskunft griechischer Zoologen 153 verschiedene Fischarten gebe. Daß genau diese Zahl auch Johannes und seinen Fischerkollegen bekannt gewesen sein sollte, ist wenig wahrscheinlich.

2.      Kyrillos von Alexandrien, Bischof und Kirchenlehrer (?-444), teilt die Zahl 153 in 100, 50 und 3 auf und weist sie den Heiden, dem Volk Israel und der göttlichen Dreifaltigkeit zu.

3.      Der Kirchenvater Augustinus (354-430) stellte die Zahl 153 auf eine mathematische Grundlage. Er erkannte, daß die Summe der Zahlen 1-17 153 beträgt. Die Zahl 17 teilte er auf in die 10 Gebote und die 7 Gaben des Heiligen Geistes. Die Apostelgeschichte führt 17 Namen von Volksgruppen an, die das Ereignis von Pfingsten erlebten.

4.      Beachtenswert ist auch, daß die dritte Potenz der Einzelziffern der dritten Potenz 153 ergeben: 1³+3³+5³ = 153. Die dritte Potenz von 1 ist eine geeignete Dreifaltigkeitsformel.

5.      Dem Mathematiker und Erfinder Archimedes (285-212 v.Chr.) wird das "Maß des Fisches" zugeschrieben, das auch als VESICA PISCIS (s. eig. Beitrag) bezeichnet wird. Es handelt sich um eine fischförmige Figur, die durch zwei sich überschneidende Kreise entsteht. Der Längsdurchmesser der Figur ist die Quadratwurzel aus 3, die durch das Verhältnis 265:153 angenähert wird. (Ob diese Vorstellung in der Antike verbreitet war oder lediglich durch die heutige Esoterik propagiert wird, vermag ich nicht zu beurteilen.)

6.      Seit einigen Jahrzehnten untersucht der Amerikaner Del Washburn die Bibel unter gematrischen Gesichtspunkten nach dem hebräischen und griechischen Alphabet. In dieser "Theomatics" genannten Unternehmung nimmt auch die Zahl 153 einen bedeutenden Platz ein. Auch wenn man seine Ergebnisse und theologischen Prämissen bzw. Folgerungen für annehmbar hält, so bleibt unbefriedigend, daß er nicht in der Lage ist, die Bedeutung individueller Zahlen zu erklären. Dies ist nur möglich, wenn man das trinitarische Prinzip 1 und 3 mit den numerischen und geometrischen Modellen des Dezimalsystems verknüpft. Hebräische und griechische Zahlenwerte von Wörtern und Texten mögen gottgelenkte Sinnhaftigkeit besitzen, doch erst die römische Kultur und Sprache errichtete ein gematrisches System nach rationalen Gesetzen des Dezimalsystems.

Literatur:Jürgen Werlitz, Das Geheimnis der heiligen Zahlen. Ein Schlüssel zu den Rätseln der Bibel. Pattloch 2000. S. 73-77; 86-87.

Als einzige rationale Erklärungsmöglichkeit erscheint nur die unter 3. genannte plausibel, nämlich daß 153 die Summe der Zahlen 1-17 ist.

Die Zahl 17 spielt auch in der Apokalypse eine bedeutende Rolle. In Kap. 13,1 schreibt Johannes: "Ein Tier stieg aus dem Meer, mit zehn Hörnern und sieben Köpfen." Das Tier ist der Widersacher Gottes, der sich an dessen Stelle setzen möchte und die Attribute seiner Heiligkeit für sich beansprucht.

Wir müssen annehmen, daß Johannes Kenntnisse eines Systems von Zahlenbedeutungen entweder aus dem jüdischen Kulturraum stammen oder durch römische Einflüsse erlangte. Es ist auch anzunehmen, daß Johannes von Jesus selbst belehrt wurde, da die Ordnung der Schöpfung durch Maß und Zahl (Weish.20,11) gekennzeichnet ist. Daß Fischer über die tiefere Bedeutung des Fisches nachdachten, ist nur natürlich.

B. Trinitarische Grundlagen der Zahl 153

I.a) Doppelkreis des Tetraktyssterns

1.    Wie ich mehrfach versucht habe darzulegen (Entwicklung des Dezimalsystems, 3 Doppelkreise der Dreifaltigkeit etc.), ist die Zahlenordnung des Dezimalsystems Abbild des einen Gottes in drei Personen. Jede nur denkbare Zahl hat an diesem Geheimnis Anteil. Ein wesentliches geometrisches Modell hierfür sind die Flächenverhältnisse der beiden konzentrischen Tetraktyskreise. Die verlängerten und in Schnittpunkte mündende Segmentlinien des zugrunde liegenden Hexagons ermöglichen einen zweiten Kreisbogen mit einer Erweiterung der Fläche um 2 Einheiten. Das daraus resultierende Flächenverhältnis ist 1:2. Zu diesem neuen erweiterten Kreis gehört jedoch auch der vom inneren Kreis verdeckte Kreisausschnitt, so daß dieser ein zweites Mal zu zählen ist. Das zweite Verhältnis der beiden Kreise ist demnach 1:(1+2) = 1:3. Die Addition beider Zählungen ergibt 2+5 = 7. (vgl. 5 Brote und 2 Fische). Die beiden Summanden sind von Bedeutung, weil ihr Multiplikationsergebnis 10 den 10 Tetraktyspunkten entspricht, die die 7 Hexagonpunkten überlagern.

Auch wenn die beiden Verhältnisse die Vollkommenheit der Zahl 7 darstellen, gilt, daß das eine Verhältnis auch das andere beinhaltet, wie die konzentrischen Kreise gezeigt haben.

2.     Die Grundzahlen 1-9 des Dezimalsystems stimmen überein mit den 9 Durchmesserelementen des Tetraktyssterns (5 Punkte, 4 Maßeinheiten/Linien). Wie in der folgenden Grafik die durchnumerierten Elemente zeigen, stehen sich die Zahlen 1-9 konzentrisch und komplementär gegenüber: Es ergänzen sich jeweils zur Zahl 10 1+9, 2+8, 3+7, 4+6:

3.     Das zu 1:(1+2) komplementäre Verhältnis ist demnach 9:(9+8) = 9:17. Die Addition der beiden Zahlen ergibt 26, die Multiplikation 153.

Die Zahl 153 ist die Summe der Zahlen 1-17 nach der Formel a*(a+1)/2 bzw. (a²+a)/2. Oder anders ausgedrückt: Bei einer ungeraden Zahl besteht die Summe aus der Multiplikation dieser Zahl selbst und ihrem Symmetriemittelpunkt, bei 17 ist dieser 9.

Addition und Multiplikation sind zwei dynamische Prinzipien des Zahlengefüges. Das Ergebnis der Addition, 26+153 = 179, setzt die Bedeutung der Summanden fort. Das Grundverhältnis 1:3 kann zu dieser Rechnung hinzugefügt werden: 1+3 = 4; 1*3 = 3; 26+4 = 30; 153+3 = 156 = 12*13; 30+156 = 186 = 6*31. Die Zahlen 1 und 3 treten also in zwei Ergebnissen wieder auf. Aus insgesamt 186 Elementen bestehen zwei Tetraktys (2*37), drei Doppelrauten (3*21) und der Tetraktysstern (49) selbst, jede Figur hat somit den Durchschnittswert 31.

I.b) Zusammensetzungen

1.      Der Tetraktysstern mit seinen zwei konzentrischen Kreisen hat gezeigt, daß sich die 9 Grundzahlen aus 5+4 zusammensetzen. Das Flächenverhältnis 1:3 kann wiedergegeben werden durch 5+(5+4) = 5+9 Durchmesserelemente. 5*9 = 45 = 15*3 beträgt die Summe der Zahlen 1-9, 15 die Summe der Zahlen 1-5. Daher beinhaltet die Ziffernfolge 153 das Verhältnis der Teilsumme 15 zur Gesamtsumme 45: 15*(1:3).

Das lateinische Wort TRESdrei hat den Zahlenwert 59.

2.      Die drei göttlichen Personen können durch die Kardinalzahlen 1+2+3 und als jeweils eine Person durch 1+1+1 dargestellt werden. Die Zahl 153 entspricht dieser doppelten Zählweise. Die Addition und Multiplikation der Aufteilung 15-3 ergibt 18+45 = 63 und somit die doppelte Zählweise in zweistelliger Form.

3.      Die Römer haben der Zahl 5 ein eigenes Zahlzeichen (V) gegeben. Für die Zahleneinheit 1-5 gilt daher ebenso wie für die Grundzahlen 1-9 das Prinzip der Komplementarität: 1+5, 2+4. Die Dreifaltigkeitsformel 1:3 hat ihre komplementäre Entsprechung in 5:3. Auch das umgekehrt komplementäre Verhältnis ist von Bedeutung, also 1:3 und 3:5, wie sich an den Radialelementen des Tetraktyssterns zeigt. Denn den Flächeneinheiten 1 und 3 des hexagonalen und erweiterten Kreises entsprechen 3 und 5 Radialelemente:

Die Zahlen 3 und 5 sind außerdem Symmetriemittelpunkte ihrer jeweiligen Zahleneinheit, z.B. 1-3-5, 1-5-9.

Spaltet man die Zahl 153 auf in 15 und 53 und geht man mit Ziffern und Zahlen frei um, so besteht die Zahl 15 aus dem Produkt 5*3. Tatsächlich enthält der Name IESUS gematrisch sowohl die Zahl 35 als auch 53, wenn man die Faktorenwerte (FW) noch hinzunimmt:

 

ZS

FS

sm

IESUS

70

36

106

70 = 2*35; 106 = 2*53

Die Addition der beiden Umkehrzahlen (Z) und ihre FW ergeben 153:

 

 

 

sm

FW

sm

FW

sm

Z

35

53

88

17

 

 

 

FW

12

53

65

18

 

 

 

sm

 

 

153

35

188

51

3*17

FW

 

 

23

12

35

12

 

sm

 

 

 

 

223

63

286

FW

286 = (11+11)*13 = 2*(11*13)

Die Zahl 35 kehrt zweimal wieder, aus 11, 13, 17 Elementen bestehen drei zusammenhängende Figuren, die unten besprochen werden.

4.      Eine weitere Zusammensetzung betrifft den Aufbau des Tetraktyssterns unter Einschluß der beiden konzentrischen Kreise. Auf die 3 Elemente des Kreises folgen 24 Elemente des Hexagons, hierauf 24 Erweiterungselemente, zusammen 51. Um das Flächenverhältnis 3:1 herzustellen, muß um die äußeren 6 Schnittpunkte ein Kreis gezogen werden, d.h., man muß als 52. Schritt zum Mittelpunkt zurückkehren. Die Nummer 53 erhält dann der äußere Kreisbogen:

Addiert man die Einzelziffern von 52 und 53 sowie von 1 und 2, ergeben die zusammengesetzten Summen 15-3. Der Zusammensetzung 152 entspricht die Summe 3³+5³, der Verbindung des Mittelpunkts 1 mit dem Kreisbogen 53 die bereits erwähnte Summe 1³+3³+5³.

Mehr zu 1³+3³+5³: Die Rückkehrzahl 153.

II. Die Figuren des Tetraktyssterns

1.      Die Gleichheit der drei göttlichen Personen wird durch 3 Kreisachsen von gleichem Winkelmaß wiedergegeben. Eine Achse besteht aus 3 Punkten + 2 Linien, also aus 5 Elementen. Die Summe 3*5 = 15 reduziert sich auf 13 bei einem gemeinsamen Mittelpunkt; die Addition beider Zahlen ergibt 28, das ist die Summe der Zahlen 1-7:

Numeriert man die Achsen von 1-5, werden die Punkte durch die Ziffern 1 3 5 besetzt:

Das Verhältnis der nicht numerierten zu den numerierten Elementen ist stets 1:3. Bei einem Mittelpunkt lautet das Verhältnis aller Elemente 13:39 = 13*(1:3).

2.      Wenn man die 6 Kreislinienpunkte verbindet, entstehen 3 spiegelsymmetrische Doppeldreiecke, deren Scheitel sich im Mittelpunkt kreuzen. Jedes von ihnen besteht aus 13 Elementen: 5 Punkten, 6 Linien, 2 Dreiecken (linke Grafik). Die Zahl 13 stellt wiederum eine wesentliche trinitarische Kennzahl dar:

Im Hexagon sind auch zwei Rauten auf der linken und rechten Seite zu erkennen, die durch ein sanduhrförmiges Doppeldreieck in der Mitte verbunden werden. Eine solche Raute besteht aus 11 Elementen: 4 Punkten, 2 Dreiecken, 5 Linien (rechte Grafik).

3.      Die drei Doppeldreiecke setzen sich fort in drei Doppelrauten (DR) des Tetraktyssterns aus jeweils 21 Elementen:

Von den beiden Endpunkten her erweitert sich jeweils eine Raute zu einer fischförmigen Figur aus 17 Elementen. Die Numerierung der 17 Elemente ergibt 153. Damit ist ein wesentlicher Bezugspunkt zum biblischen Fischfang hergestellt.

Der trinitarische Aspekt dieser Figur besteht erstens in ihren drei Dreiecken. Es besteht ein Verhältnis der beiden hexagonalen Grundfiguren zu der neuen Figur von 2:1 Flächen:

Zweitens die 4 Flächen der DR werden in 3:1 aufgeteilt:

4.      Der DR-Rahmen besteht aus 15 Elementen: 7 Punkten + 8 Linien. Numeriert man sie aber in achtförmiger Weise, gelangt man zur Zahl 17 und damit zur Numerierungssumme 153. Verbindet man weiterhin die beiden Endpunkte zum Zwecke der Oktaederbildung, läßt sich eine 18. Position besetzen, sodaß man die Zusammensetzung 15+(2+1) = 15+3 erhält:

Bildet man vom oberen Endpunkt her die Fischfigur, wird sie unten durch 15-3 abgeschlossen. Zusammen mit der Zahl 18 hat sie die Numerierungssumme 135. Auch der Mittelpunkt ist durch 13-5 besetzt.

5.      Die Tetraktys enthält die Fischfigur dreimal:

Nun sind zwei Tetraktys ineinander verschränkt. In einer abgewandelten Darstellungsweise (ohne Hexagonachsen) ist der Tetraktysstern als Davidstern bekannt, der zum besonderen Symbol des modernen Judentums wurde. Er wird so interpretiert, daß göttliche und menschliche Sphäre ineinander verwoben sind.

Unter ontologischem Gesichtspunkt des Dezimalsystems wird man ähnlich deuten: Die Schöpfung ist Abbild des Schöpfers, der in der Gemeinschaft dreier göttlicher Personen existiert. Schöpfer und Schöpfung bilden eine Einheit. Der Mensch soll den dreifaltigen Gott nicht nur aus rein geometrischen Modellen erkennen, sondern aus seinen Geschöpfen selbst. In der Gestalt dreier Fische tritt er ihm in irdisch geheimnisvoller Weise gegenüber. Der Fisch wird zum Symbol des Menschen selbst.

Die Fischfigur vereinigt in sich die Figur der Raute und des sanduhrförmigen Doppeldreiecks:

Aus dreimal 41 bestehen die ersten drei Zahlen 123 in dreistelliger Zusammensetzung. Aus 21+20 = 41 Elementen besteht auch ein DR-Kreuz, bevor es zum Oktaeder zusammengefügt wird. Das lateinische Wort TERdreimal hat den ZW 41.

Das DR-Kreuz enthält nicht nur den FischPISCIS viermal, sondern seine Form eignet sich dazu, den MenschenHOMO und den VogelAVIS als Vertreter des Landes und der Luft miteinzubeziehen. Die drei lateinischen Wörter bilden eine Einheit, wie ein weiterer Beitrag zeigen soll.

6.      Formt man zwei DR zu einem Achsenkreuz, kann man sie durch Faltung der Querlinien und Zusammenführung der vier Endpunkte zu einem Oktaeder zusammenfügen:

Ein Oktaeder besteht aus zwei entgegengesetzten Pyramiden mit einer gemeinsamen Mittelbasis:

Die Mittelbasis besteht aus 8 Elementen, die beiden pyramidalen Aufbauten aus je 9. Will man eine Oktaederhälfte bezeichnen, addiert man 9+8 Elemente und es bleiben für die zweite Hälfte 9 übrig. Auf diese Weise sind die drei komplementären Zahlen 9+8+9 in der Dreidimensionalität vertreten.

4.     Eine unnumerierte und zwei numerierte Doppelrauten ergeben die Summe 153 und haben vermutlich konstitutive Bedeutung für das SATOR-Quadrat.

III. Selbständige und vereinte Dreiecke

1.      Die Fischfigur (FF) vereinigt in sich die Raute (Rt) und das sanduhrförmige Doppeldreieck (DDr). Wellenförmig zeigen sich zwei Umkehrungen von links nach rechts: der Sohn als Abbild des Vaters, der Geist in paralleler Ausrichtung zur ersten Person und Spiegelbild der zweiten:

2.      Einerseits besteht jedes Dreieck aus 7 Elementen, andererseits vermindert sich ihre Zahl, wenn zwei oder mehr vereint werden. Die Doppelzählung der drei Figuren liefert folgendes Ergebnis:

 

Rt

DDr

FF

sm

x*7

14

14

21

49

red.

11

13

17

41

sm

25

27

38

90

Die 3*7 = 21 Elemente von drei Dreiecken ist gleichzeitig die Zahl der Elemente der Doppelraute.

Das Summenverhältnis der beiden äußeren zur mittleren Figur beträgt 63:27 = 9*(7:3). Die Zusammengehörigkeit der Raute und des sanduhrförmigen Doppeldreiecks zeigt sich darin, daß die Addition 25+27 zur Umkehrung 52 und durch 4*13 nicht nur zum DDr zurückführt, sondern auch durch 13+4 = 17 die Erweiterung zur Fischfigur hervorbringt.

3.      Der Faktorenwert (FW) der Zahl 38 ist 21. Die Zahl 17 verhilft also der Zahl 21 zu sich selbst zurückzukehren, während 17 selbst die Differenz zwischen 21 und 38 ausmacht.

4.      Wenn man das Prinzip der selbständigen und vereinten Dreiecke auf die 2 Tetraktys, 3 Doppelrauten und den Tetraktysstern selbst anwendet, erhält man folgendes Ergebnis:

 

2 T

3 DR

TS

 

3ecke

18

12

12

42

selbst.

126

84

84

294

vereint

74

63

49

186

 

200

147

133

480

Wenn man für jede vereinigte DR eine Raute aus 11 und ein sanduhrförmiges Doppeldreieck aus 13 Elementen annimmt, weist die Zahl 48 auf ein DR-Kreuz und auf den Oktaeder hin. Dieser besteht aus 4 Bahnen und je 8 Umlaufelementen.

Es ist bemerkenswert, daß die ZS+FS des Namens IESUS CHRISTUS 294 beträgt:

 

ZS

FS

sm

IESUS

70

36

106

CHRISTUS

112

76

188

 

182

112

294

Das lateinische Wort HOMOMensch hat die ZS 48. Dies erscheint zunächst als ein plausibler Grund, daß Ovid in seinen Metamorphosen 1, 79-89 für die Erschaffung des Menschen 480 Buchstaben geplant hat. Von den 13 Zeilen bestehen jedoch die Zeilen 1-8 aus 294 und die Zeilen 9-13 aus 186 Buchstaben, was man nicht als zufällig bezeichnen kann. Die Buchstabenzahlen der Zeilen sind so ausgedacht, daß FS und ZS ein Verhältnis bilden:

1-8

39

39

37

33

37

34

37

38

 

294

FW

16

16

37

14

37

19

37

21

197

 

9-13

39

35

36

41

35

 

 

 

 

186

FW

16

12

10

41

12

 

 

 

91

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

288

480

Das FS:ZS-Verhältnis beträgt 96*(3:5). Die Zahl 96 = 2*48 ist auf den Oktaeder zu beziehen, da man nach der Rundung einer der beiden DR je nach Perspektive sowohl zwei Rauten als auch zwei sanduhrförmige Doppeldreiecke sehen kann. Das Verhältnis 3:5 bezeichnet Radialelemente des Tetraktyssterns, die das Flächenverhältnis 1:3 wiedergeben (s.oben). Dem Differenzverhältnis 3:2 der Klammerzahlen entspricht das Flächenverhältnis 1:2.

Die Fischfigur aus 21 und 17 Elementen scheint Ovid bekannt gewesen zu sein, was sich an den FW der beiden Faktorensummen (FS) zeigt:

 

 

 

sm

FW

Fkt.

FS

91

197

 

 

91=7*13

FW

20

197

217

38

217=7*31

Die Zahl 217 enthält nicht nur die beiden Zahlen 21 und 17, sondern hat auch den FW ihres Additionsergebnisses. (s.a. Zahl 197)

IV. Die Fischfigur und das Dezimalsystem

1.      Das sanduhrförmige Doppeldreieck gehört zum hexagonalen Bereich und repräsentiert 1 Flächeneinheit, die Raute reicht vom Flächenring in den hexagonalen Bereich hinein und gibt somit 3 Flächeneinheiten wieder. Die Raute wird somit vertreten durch 2+3 Radialelemente, das Doppeldreieck durch 5 Durchmesserelemente. Durch die Gleichung 2+3 = 5 wird der Zahl 10 des Dezimalsystems Rechnung getragen:

2.      Die Fischfigur besteht aus 6 Punkten, 8 Linien und 3 Dreiecken. Die Primzahl 683 ist die FS der 6 Umkehrungen von 235:

Zahl

235

253

325

352

523

532

2220

FW

52

34

23

21

523

30

683

sm

 

 

 

 

 

 

2903

Die Primzahl 2903 bezeichnet 3 Oktaeder, die aus den Rahmenelementen von drei DR-Kreuzen zusammengesetzt sind. Aus 17 Elementen besteht das hexagonale Achsenkreuz, aus 12 die Erweiterungselemente. Die Zahl 12 setzt sich aus den FW 6+6 der Zahlen 8+9 zusammen.

V. Bedeutung der Zahlen 8 und 9

Die Komplementarität der Zahlen 9 und 8 als Gegenpole zu 1 und 2 ist eine wesentliche Erklärung ihrer Bedeutung, aber es kommen noch weitere hinzu.

1.      Die Zahlen 8 und 9 verhalten sich auch komplementär untereinander. 8 steht für Maß, 9 für Zahl, d.h., 9 Punkte begrenzen 8 Maßeinheiten:

Dieses Verhältnis von Maß und Zahl läßt sich auch als ein Achsenkreuz AK3 darstellen:

Beide Modelle lassen sich wiederum von 1-17 numerieren. Das Achsenkreuz könnte wie der Tetraktysstern mit zwei Kreisen versehen werden.

2.      Wie die Summe von 1 bis zu einer bestimmten Zahl ermittelt werden kann, so auch die Summe der Primfaktoren. Die Zahl 10 z.B. besteht aus den Faktoren 2*5, ihr Faktorenwert (FW) ist daher 7. Auf diese Weise entsteht eine Differenz zwischen Faktorensumme (FS) und Zahlensumme (ZS), die nicht selten zu Zahlenverhältnissen führt. Die FS der Zahlen 1-17 z.B. beträgt 119 = 7*17. Das FS:ZS-Verhältnis 119:153 ist demnach 17*(7:9). 7:9 aber entspricht komplementär 3:1.

Die Differenz zwischen FS und ZS in diesem Beispiel ist 2. Sie hat im Hexagon und der Doppelraute (DR) eine parallele: Im Hexagon besteht jede Achse aus 3 Punkten, zusammen 9. Bei einem Mittelpunkt entfallen zwei. In der DR kann man durch schleifenförmige Numerierung zwei Punkte doppelt besetzen und von 7 auf 9 weiterzählen:

3.      Die Differenz zwischen FW und Zahl (ZW) ist auch für die einzelne Zahl von Bedeutung. Für die Zahlen 9 und 8 sind die FW:ZW-Verhältnisse 3*(2:3) und 2*(3:4), die Differenverhältnisse aber sind 2:1 und 3:1. Damit enthalten 8 und 9 die beiden trinitarischen Flächenverhältnisse.

4.      Wenn man die ZS und FS von 9 Punkten und 8 Maßeinheiten gesondert ermittelt, erhält man folgende Ergebnisse:

 

ZS

FS

sm

1-8

36

33

69

1-9

45

39

84

sm

81

72

153

72:81 = 9*(8:9)

Das FS:ZS-Verhältnis der Additionssummen von 8 und 9 zusammengenommen entspricht den komplementären trinitarischen Zahlen, die oben ermittelt wurden. Wenn 153 die ZS der Zahlen 1-17 ist und dasselbe ZS+FS-Ergebnis aus den Zahlen 9 und 8 erzielt wird, so ist die Zahl 17 in besonderer Weise die Zusammensetzung von 9+8.

Von den ZS und FS kann man wiederum die FW bestimmen:

ZS/FS

36

33

45

39

153

FW

10

14

11

16

51

204 = 12*17

204

51:153 = 51*(1:3)

Das Verhältnis 1:3 bedeutet intern (Differenzverhältnis) 1:2.

Der Multiplikationsfaktor 12 des Endergebnisses 204 entspricht sowohl den 6+6 Fischfiguren in den beiden Tetraktys und den drei DR als auch den FW 6+6 der Zahlen 8 und 9. Gewissermaßen als Erweiterung des Achsenkreuzes AK3 finden sie Verwendung als Rahmenelemente des DR-Kreuzes:

Im konzentrisch von innen nach außen numerierten AK3 ergeben die ungeraden und geraden Zahlen die Summen 17 und 12:

Den Zahlen 12 und 17 entsprechen die Buchstaben MR. Es sind die Konsonanten im Namen MARIA.

VI. Zur Bedeutung der Fische

1.      Die drei Tetraktysfiguren sind zunächst eine weitere geometrische Anschauung der 3 göttlichen Personen. Wie ist die Beziehung zwischen göttlicher Person und Fisch zu verstehen?

Wir sind gewohnt, den Begriff Ebenbildlichkeit Gottes ausschließlich auf den Mensch zu beziehen. Aber in einem weiteren Sinne sind alle Geschöpfe Konkretisierungen göttlichen Seins. Hier geht es um die Frage, welches Verhältnis besteht zwischen Mensch und Fisch.

2.      Die Oberfläche der Erde ist geprägt durch das Gegensatzpaar Land und Meer. Dadurch bedingt gibt es Landbewohner und Wasserbewohner. Die einen sind vom Element Luft, die anderen vom Element Wasser umgeben. Wasserbewohner leben unter der Oberfläche, Landbewohner über der Oberfläche, die einen leben im Dunkeln, die anderen im Licht.

Meere und Gewässer werden hauptsächlich von Fischen bewohnt, von denen es viele Arten gibt. Sie bilden die dem Wasser gemäße Entwicklungsstufe lebender Wesen. Die höchste Stufe der Landbewohner stellt der Mensch dar. Bedingt durch seine Erkenntnisfähigkeit besitzt er Sprachbegabung, durch die er alles benennen und ordnen kann. Fische leben ähnlich wie Menschen in Gemeinschaften, aber sie sind stumm, sie sind Gottes stumme Geschöpfe. Sie können ihren Schöpfer nicht durch Stimmbefähigung preisen. Sie besitzen gewissermaßen eine zweckfreie Existenz. Sie stehen ihrem Schöpfer ganz zur Verfügung. Er hat ihren Zweck festgelegt als Nahrung für den Menschen.

3.      Nun ist das griechische Wort ICHTHYS (ICQUS)Fisch ein kirchengeschichtlich bedeutendes Christussymbol. Die 5 griechischen Buchstaben bedeuten Iesous Christos Theoú (H)Yiós SotérJesus Christus, Gottes Sohn, Heilbringer. Das Fischsymbol war ein geheimes Erkennungszeichen der frühen Christen während der Zeit ihrer Verfolgung im römischen Reich.

Das ICHTHYS–Symbol ist nach dem bisher Gesagten etwa so zu verstehen:

       Gott ist der Schöpfer des Meeres und des Landes mit allen ihren Lebewesen. Der Fisch ist die sprachlose Entsprechung des Menschen. Daher ist er in analoger Weise Ebenbild des dreifaltigen Gottes.

       Die zweite göttliche Person ist selbst Mensch geworden, um die Sorge des Schöpfers für seine Geschöpfe unter Beweis zu stellen. Selbstlos wie ein Fisch stellt er sich allen Menschen zur Verfügung, indem er nicht nur sein Leben für das Heil aller Menschen hingibt, sondern im Gedächtnis seines Opfertodes durch Wandlung von Brot und Wein in sein Fleisch und sein Blut sich selbst zur Speise gibt. Die wörtliche Bedeutung von menschlichem Fleisch als Speise ist geeignet, Vorstellungen von Kannibalismus zu erwecken. Hier hilft das Symbol des Fisches als menschlicher Speise. Vorgeprägt durch die wunderbare Brotvermehrung, bilden Brot und Fisch komplementäre Nahrungsmittel aus dem Meer und vom Land.

Auf die Symbolik des Wassers soll hier nicht eingegangen werden.

 

 

 

Erstellt: April 2005

Letzte Änderung: Januar 2011

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